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Montag, 10. Februar 2014

Es war einmal... (ein ganz normales Zukunftsmärchen)!

Mein wirklich toller Freund, nennen wir ihn Joe Helmut, schaute unlängst wieder einmal auf Weisswein vorbei. Wir treffen uns sehr regelmässig und das seit über 20 Jahren. Ihn als beständigsten und treusten Freund zu bezeichnen, ist also durchaus angemessen. Sexuell war das Interesse übrigens während der ganzen Zeit inexistent – auf beiden Seiten notabene. Würde diese Geschichte allerdings nicht beeinflussen, wenn dies nicht so wäre. Andere wohl eher.

Also, wir sitzen wie üblich gemütlich beim Weinchen und erzählen uns die alltäglichen Wahnsinnigkeiten unserer Erlebnisse der letzten Tage. Ach ja, ich sollte noch anmerken, dass wir den 23. Mai 2015 schreiben. Auf einmal fällt mir an ihm eine ungewohnte Aufgebrachtheit auf. "Jetzt muss ich dir noch erzählen, was mir letzte Woche geschehen ist", begann er, "do verrecksch im Fall!". Okeee...?


Er, der so in etwa alle 6 Wochen im benachbarten Deutschland einkaufen geht, das Alltagsgedüngse, Dusch- und Waschmittel, Fleisch, Käse und so - "isch im Fall uuuhmega billiger als be üs, chasch extrem spare...!" - war wieder auf einer dieser Einkaufsausfahrt ins Deutsche unterwegs. Vor dem Laden ännet der Grenze musste er ungewohnterweise den schweizer Pass zeigen, welchen er zufälligerweise bei sich trug (es ist ein Märchen, Leute, er hatte ihn bei sich, Punkt). Es kam ihm zwar spanisch vor, dachte sich aber nichts weiter dazu und stürzte sich mit dem Einkaufswagen in die Regale voller Gewinn für die Geldbörse. An der Kasse stutzte er dann erneut gehörig, da er sich aufs Neue ausweisen musste. Vor dem Bezahlen. Der Kassierer erwiderte seinen Blick beim Anblick des roten Heftes mitleidig und erklärte ihm, dass das Einkaufskontingent für Schweizer heute leider bereits ausgeschöpft worden sei. Er traute seinen Ohren nicht wirklich - "de isch doch nöd normal gsii" - und verlangte selbstverständlich (SELBSTVERSTÄNDLICH) den Filialleiter.

Nun, dieser soll ihm höflich und geduldig erklärt haben, dass seit einem halben Jahr leider ein Tageskontingent an bei ihnen einkaufenden Schweizern bestehe; so sehr er dies bedauere, er könne dies leider nicht ändern. Er bot ihm an, den gesamten Einkauf gegen eine Gebühr einzulagern und wenn er am nächsten Tag sehr früh vorbeikäme, würde er sicherlich noch im TagesDARF an CH-Einkäufe sein.

Mein Freund, der Joe Helmut, ist eher pragmatisch veranlagt und entscheidet spontan, dass er im Hotel gleich nebenan übernachten, sich einen gemütlichen Nachmittag gönnen und am nächsten Morgen rechtzeitig seine Einkäufe abholen würde. Im Hotel, ihr ahnt es, die gleiche Scheisse. Das Übernachtungskontingent für CH-Gäste wurde vor 30 Minuten vergeben. Äusserst aufgebracht setzt er sich an die Hotelbar. Trinken! Weisswein! Und über das soeben Geschehene sinnieren.

Der mitleidige Blick des Baarkeepers verriet ihm, dass er wohl nicht der einzige frustrierte Schweizer am Thresen war (der Barkeeper ging übrigens seiner Pflicht zur Überprüfung des Ausweises auf Nationalität der Gäste nicht nach. Ein wirklich mitfühlender Barkeeper also). Und wirklich, erzählt mir Joe Helmut weiter, der linke Mann neben ihm sprach ihn sogleich an und verriet ihm, dass er soeben erfahren habe, er dürfe seine Einkäufe schon heute auslösen und er somit keine Übernachtung mehr benötigen würde.

Glück im Unglück, freute Joe Helmut sich und bekam auch prompt das Zimmer. Am nächsten Tag klappte es auch mit dem Einkauf (erst 40% des Einkaufskontingent für Schweizer war aufgebraucht) und die Heimreise verlief, dank des knapp noch nicht ausgeschöpften Einführungskontingent für Lebensmittel und andere Waren an der Greinze, ebenfalls reibungslos.

Meine Frage, wie er denn damals am 9. Februar 2014 abgestimmt hätte, beantwortete er mit "wasch denn gsii?"...

Keine Moral von der Geschicht!

Dienstag, 3. Juli 2012

Sehnsucht!

Noch immer spürt sie seinen süssen Kuss auf ihren Lippen. Die warmen Hände in ihrem Nacken und auf ihrem Rücken brennen nach... Die Sehnsucht frisst... ein hungriges Kätzchen bleibt zurück...

Der Zug rollt an und die geographische Entfernung wird grösser und macht eine Berührung unmöglich. Warme Tränen verschmieren ihren Kajal, spielt keine Rolle, egal. Er feht. Er fehlt so unbeschreiblich, jetzt und bis zum nächsten Wiedersehen. Zum Glück ist die Distanz der Herzen nicht geographisch. Mit jedem Kilometer, welcher der Zug sie von ihm weg fährt, wird diese kleiner. Die Distanz der Herzen.

Unbeschreiblich, das Gefühl in Engels Armen einzuschlafen und aufzuwachen. Mit der letzten Berührung im Kopf und Herz einschlafen und von der nächsten wärmenden Umarmung träumen. Hey, Engel, du fehlst!!! Aber sowas von! Immer, wenn du nicht da bist. 

Die Zeit ist gekommen für genau das, was geschieht. Egal, was die Anderen sehen, denken oder zu wissen meinen. Es ist gut so. Die Wichtigen sehen! Ins Herz!

Btw. Am Ende geht einer doch immer dahin, wohin es ihn zieht... (Antoine de Saint-Exupéry)

Dienstag, 29. Mai 2012

Vorfreude und das erste Mal.

Eigentlich hätte sie ausschlafen können – endlich wieder einmal. Dennoch stellte sie ihren Wecker voller Vorfreude am Abend zuvor auf 06.30 Uhr. Um 08.12 fährt der Zug ins Paradies. Auf keinen Fall wollte sie diesen verpassen, damit um 09.23 die Engelszeit ihren Anfang nehmen konnte.

Einem guten Menschen ist sie noch begegnet – im ersten Zug (insgesamt standen ihr nämlich drei davon bevor) – sie hat ihn wohl überhäuft mit Worten der Vorfreude. Fliegen durch die grüne Heimat,  vor Kälte geschützt durch die neue Jacke (welche definitiv sehr gut ankam beim Gegenüber) und des Engels Rücken. Baden, loslassen und Kraft tanken in Nähe und Vertrautheit. Ja, sie hat ihn wohl überhäuft mit Worten des Glücks und Vorfreude. Und angesehen hat man ihr dies wohl auch. Der gute Mensch hat sie nur angelächelt und geschwiegen. Und sich vollquasseln lassen.

Es war ein toller Tag. Das Ende ein bisschen hektisch. Leicht überfordert ob der Hektik (sie mag Zeitdruck aber sowas von nicht, Abschiednehmen unter einem solchen noch viel, viel weniger, gopf), dennoch glücklich über den Gedanken, dass nach dem ersten Mal wohl noch viele folgen würden, sass sie dann im ersten der drei Zügen! Dieses erste Mal liess den Tag dann doch nicht "nur" toll enden. Er wurde dadurch wundervoll.

Montag, 7. Mai 2012

Von Luft und Liebe.

Ihr Herz klopft, wenn sie ihn sieht und er sie berührt. Es klopft beim Klang seiner Stimme, wenn er sie küsst und wenn er sie anschaut...

Vor einiger Zeit hat sie ihm ein Paket geschickt. Mit einem Brief. Handgeschrieben natürlich. Bevor er das Paket öffnete, las er den für einmal wirklich sehr kurzen, an ihn gerichteten Text von ihr: "Hier bin ich glücklich und hier werde ich mit dir glücklich bleiben!" stand da in silber auf schwarz geschrieben. Voller Neugierde und Spannung öffnete er das Paket. Es befand sich Luft darin.

Ihr Herz klopft beim Gedanken an ihn und wenn sie ihn berührt. Es klopft, wenn sie ihn riecht. Und wenn sie Eins sind.

Montag, 23. April 2012

Engelszeit.

"Bin ich eigentlich verliebt?" fragt sie sich unsinnigerweise... und doch kommt ihr diese Vorstellung, es zu sein, und zwar bis über beide Ohren, irgendwie seltsam vor; ist sie doch eigentlich überzeugt davon, schon lange zu lieben. Ihr Gefühl und klopfendes Herz beim Gedanken an ihn bestätigt dies. Immer und immer wieder.

In schwierigen und stürmischen Zeiten, in welchen ihr die Luft zum Atmen beinahe wegbleibt und sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen mag, sind sie Balsam fürs Gemüt, diese Zeiten. Die Wärme für ihr Herz und ihre Seele. Und obwohl sie mehr geworden sind, diese Engelszeiten - einzigartig und unvergänglich ist noch immer jede einzelne Stunde davon. Voller Lachen, Nähe, Vertrauen und Zärtlichkeit. Engelszeiten halt. Wundervoll.

"Verliebt sein und lieben schliesst sich definitiv nicht aus" ist ihr letzter Gedanke, bevor sie voller Sehnsucht und mit einem leisen Lächeln ihre Augen schliesst und von ihnen träumen wird. Den Engelszeiten.

Dienstag, 17. Januar 2012

Nicht geschüttelt. Gerollt!

Seit geraumer Zeit schon nehme ich mir vor, sie mir vorzunehmen. Nun tue ich es. Und es ist kein Zufall, dass ich es jetzt endlich tue. Vielmehr weil die Sonne wieder scheint. Am Bloggerhimmel. Folgende Schreiberlinge sind mir entweder a) ans Herz gewachsen, b) extrem informativ und interessant, c) äusserst unterhaltsam und humorvoll oder ich habe ganz einfach d) den/die Blogbetreiber/in sehr lieb. Oder alles zusammen. Auf alle Fälle sind es meine ganz persönlichen Leseempfehlungen. Yep!

Madame Lila:
Die Brillensuchende, liebens-liebens-liebenswerte Frau, ganz und gar nicht Lila, wenns um die Musik geht (HELL YEAH!!!); und auch das Schreiben ist ihre Stärke. Wann ihr erstes Buch herauskommt, ist definitiv nur eine Frage der Zeit. Aber sowas von!

Feurige Canela:
Direkt in die Fresse, wenns sein muss. Leidenschaftlich und witzig. Mal zickig, dann wieder ruhig. Wie das Leben halt. Manchmal läufts beschissen und doch vollgepackt mit wundervollen Momenten.

Blaue Auszeit:
Vollblutmami (von 4 ähhh 3 Jungs), Hundefreundin, Naturliebhaberin mit dem (wunderschönen) Photoblick. Arbeitende, Liebende, Schreibende. Viel Spirituelles, traumhafte Bilder und Tipps für coole Design-Deko. Abtauchen, schmunzeln und ruhen!

Rennende Miene:
Hach, meine liebe Miene... Ein bisschen ruhig ist es leider geworden, bei der schnellen Miene. Aber dennoch kann ich sie auf gar keinen Fall weglassen. Geht gar nicht. Immerhin bin ich sein Gruupie. Und erst noch von Beginn an. Und er hat meinen seinen Übernamen für Twitter geklaut.

Reflexionen:
Der Falki ist der Internet-Freak. Und Foto-Freak. Und Bauernregel-Freak. Und Rätsel-Freak. Und Witz-Freak. Und in allen diesen Bereichen ist er wirklich gut. Sehr gut. Vor allem aber ist der Falki mein VIP-Held!

Satirischer Lupendurchblick:
Aktuelles aus der Politik und Gesellschaft, mit dem wunderbar zynischen und humorvollen Blick durch die Satirelupe betrachtet. Versehen mit einem guten Schuss spitzen Bemerkungen. Für diejenigen, welche auf dem Laufenden bleiben möchten, ein Muss.

Klaeui:
Hat nix mit geklaut zu tun, dafür aber findet man ganz viele wertvolle Informationen und Tipps rund um die Krankheit Diabetes und dem Umgehen damit, da der Schreiber selbst betroffen ist. Zudem gibts lesenswertes über Umwelt, Energie und ganz vieles mehr.

Monsieur Fischer:
Aus der Bloggerwelt nicht mehr wegzudenken, der Ur-Monsieur. Schade wärs, wenn er seinen Blog, wie angestrebt, einmal unter der Sonne der französischen Provence betreuen wird. Schade für mich, da er ein wirklich guter Freund ist, für ihn würde es mich natürlich freuen. Prädikat: Queerbeet - sehr lesenswert.

Goggimaa:
Stolzer Papi und begeisterter FC Aarau Fan (HELL YEAHH!!!). Gesellschaftskritisch und gerechtigkeitsliebend. Wenn mal wieder irgendwo ein Mensch in den Medien sein Unwesen oder Schabernack treibt, ist Goggimaa zur Stelle, deckt auf und sagt ihnen, wo der Bartli de Moscht holt.

Dimis Welt:
Witzig, gefühlsvoll, nachdenklich, verträumt, engagiert und ganz schön schwarz ist sie, Dimis Welt. Genau meine Wellenlänge, und dies nicht nur musikalisch!

Einfach Sophie:
Im Rahmen einer Musik-Blogparade habe ich sie lesen gelernt und seit da nicht mehr wegzudenken in meiner kleinen Bloggerwelt. Und sie kennt Pessoa. Halleluja und verneig. (!!!)

Fang das Licht:
Wunderschöne Photographien (selbstverständlich von ihr selber), begleitet von tiefen Gedanken und Seelen-Lyrik. "Ein Sonntagslächeln – und die Alltäglichkeit gerät ausser Rand und Band" (Jrene Aliverti).

*räusper*:
Viel Musik, Motorengedingse und Camperinfos. Humorvoll und... es gibt nicht für alles eine Erklärung. Er gehört einfach auf diese Liste. *hüstel*

Rockige Göre:
Rock, Rock, Rock. Und das ist gut so. Und wenn sie nicht gerade mit ihren Katzen schmust, plant sie wahrscheinlich ihren nächsten Aufenthalt in Griechenland. Wobei sie im Moment glaubs ganz gerne in unserem Schweizer-Ländle weilt... ;-)

Direkt aus der Gruft:
Satirisch, zynisch, schwarz... Horror, Heavy Metal und News. Einfach eine Welt zum Wohlfühlen. Und dies nicht nur wegen des Fumoirs auf seinem Blog.

Rock around the World:
Die neusten Album-Veröffentlichungen? Das nächste Konzert? Alles was das Rockerherz begehrt findet man beim metallenen Schädel mit Garantie. Place to be – you’ll enjoy your stay. Ich schwör!!!

Geteiltes Schwarz:
Ein Neuling in der grossen, weiten Bloggerwelt... Und erst noch aus dem fernen Deutschland. Dennoch eine Perle, ein Diamant. Seine Art und Weise, Gefühle in Worte zu fassen, berühren den schwarzen Kafka und lassen mitfühlen. Samtschwarz. Sein trockener, zynischer Humor trifft das gelbe vom Ei aber sowas von. Er möchte die Weisheit der Welt herausfordern? Fordern soll er, herausfordern und darüber schreiben. Es war eine sehr, sehr weise Entscheidung, mit dem Bloggen zu beginnen...

Viel mehr als Worte...!:
Es fällt mir schwer, meine Freude in Worte zu fassen. Es gibt sie wieder. Oh, wie haben sie mir gefehlt. Nicht nur die Worte... Nachdem sie mir am 21. Juni 2011 einfach so genommen wurden, mir ein Stückchen Seelenwohl herausgerissen wurde und mir dabei die Luft wegblieb, hat mein Herz und meine Seele am 16. Januar 2012 getanzt. So sehr, dass mir beinahe erneut die Atemluft fehlte und der Herzschlag aussetzte. Immer habe ich gewusst, warum sie mir fehlten und immer habe ich gefühlt, wie sehr sie mir fehlten. Diese Worte...


Dies ist um Himmels Willen keine elitäre und abgeschlossene Rolle... und der schwarze Kafka ist definitiv offen für weitere, lesenswerte Inputs jeglicher Art! Falls der schwarze Kafka nun jemandem auf die Füsse getreten ist oder gar verletzt hat, da etwas durch sein Spatzenhirn gerutscht ist, bitte melden, er wollte das nicht. Aber eben, das Alter und so.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Mach die Augen zu.

Schweigend, leer und ausgeweint steht sie vor dieser Tür; weiss, dass sie klingeln wird, mit einer schmerzenden, leichten kleinen Hoffnung im Herzen, welche sich allerdings wie ein Dolchstoss anfühlt. Soll sie es wirklich tun? Möchte sie dies wirklich? Nein, wollen ist etwas anderes, aber sie muss! Bis eben war sie sich da zumindest noch sicher.

Mach die Augen zu und küss mich
Und dann sag, dass du mich liebst.

Dann klingelt sie. Er öffnet. Dieser wundervolle, schöne Mensch, den sie so tief in ihrem Herzen spürt. Noch immer fühlt und... liebt? Der Dolch sticht erneut zu. Er strahlt ihr mit seinen unbeschreiblich tiefen Augen ins Gesicht und küsst sie voller Zärtlichkeit.

Ich weiß genau, es ist nicht wahr,
doch ich spüre keinen Unterschied wenn du dich mir hingibst.
Mach die Augen zu und küss mich,
mach mir ruhig etwas vor.

Es ist alles so wie immer, so scheint es zumindest; sobald er sie in seinen Armen hält, sie seine Wärme fühlt und sie seinen Herzschlag spürt, fühlt sie sich angekommen und wohl. Und sie lässt es geschehen. Geht darauf ein. Sie vergisst alles um sich herum. Es ist nur noch der Moment der zählt und die Welt steht still. Wie immer, wenn sie ihn fühlen kann.

Ich vergesse was passiert ist
Und ich hoffe und ich träume ich hätt dich noch nicht verlorn.

Nun steht sie da, sich in seinen Armen wärmend und ist glücklich und schwerelos. Er umschliesst sie. Und dennoch, trotz all der Nähe und Vertrautheit, rinnen ihr jetzt Tränen über die Wangen. Unbemerkt. Die Tränen brennen, weil sie nun die Wahrheit kennt bzw. sie die Wahrheit endlich realisiert hat. Da ist es wieder, dieses unbeschreiblich schmerzende Messer in ihrem Herzen.

Mach die Augen zu und küss mich,
Ist es auch das letzte Mal
Lass uns den Moment des Abschieds noch verzögern,
Lass mich jetzt noch nicht allein mit meiner Qual.

Und dieser Schmerz erinnert sie nun an ihr Vorhaben, ruft es ihr wieder ins Gedächtnis. Der Grund, warum sie hier ist. Ein anderer als sonst. Dieser Moment voller Schönheit wird zerrissen. Es kann sich nur noch um Minuten handeln. Sie wird gehen, sie will gehen. Will sie das? Nein, wollen ist etwas anderes, aber sie muss! Bis eben war sie sich da zumindest noch sicher.

Mach die Augen zu und küss mich,
Mach mir ruhig etwas vor.
Wenn du willst kannst du dann gehn,
Aber denk dran ohne dich ohne dich bin ich verlorn.

Dieser eine, letzte Moment brennt sich in ihre Seele und ihr Herz. Den Stich des Messers wird sie wohl nie vergessen. Und dennoch, wegen diesen kurzen Momenten des Glücks, wird sie ihm wohl trotzdem ewig dankbar sein. Paradox eigentlich, tiefe Dankbarkeit, unbeschreiblicher Schmerz und grosse Gefühle.

Sie löst sich von ihm und schaut noch einmal in die wunderschönsten Augen, auf den wundervollsten Mund, in das zärtlichste Gesicht. Dann dreht sie sich um und geht. Das Klacken ihrer Stiefel hallt im Treppenhaus und nur der Gedanke an ein weitergehen lässt sie nicht fallen. Obwohl sie nichts mehr als das möchte. Fallen in die Tiefe. Sie wird ihn nie wieder sehen. Und wohl nie vergessen.

Mach die Augen zu und küss mich

Eine Tür fällt zu. Sie ist weg.



Mach die Augen zu...

Dienstag, 15. November 2011

Mal es dir einfach schön.

"Nein", sagte er. Eigentlich glich es schon eher einem entsetzten, empörten und vor allem bestimmten Schreien, welches sie erschrocken innehalten liess. Gleichzeitig riss er ihr den mit schwarzer Farbe bedeckten Pinsel aus der Hand und schleuderte ihn voller Nachdruck an die Wand. Er wollte nicht, dass sie erneut die dunklen Bilder ihrer Vergangenheit auf die Leinwand ihres heutigen Lebens malt.

Dann ging er und sie schaute ihm ganz ungläubig hinterher. Zurück kam er mit einer Kiste voller leuchtenden Farben. "Tausche das Schwarz und Grau gegen diese Farben und male schöne, helle und fröhliche Motive. Bestreiche die Staffelei mit dem Pinsel deiner Lebensfreude aus dem Farbtopf deiner Herzlichkeit und Leichtigkeit".

Sie versuchte sich unsicher darin und dennoch schien diese Mühe keinen Sinn zu ergeben...! "Keine Sorge Liebes" flüsterte er ihr leise ins Ohr. "Schau dir die Wand hier an. Kleine und grössere Farbkleckse passieren eben, sie gehören ganz einfach dazu. Sie verblassen jedoch neben den schönen, kräftigen und bunten Tönen der Farbpalette deines eigenen Ichs. Die Hoffnung und der Glaube an das Gute soll dir als zu bemalende Fläche dienen. Male, Liebes... male deine Liebe und Zärtlichkeit, welche du in dir trägst und anderen damit grosse Freude bereitest."

Seine Worte noch im Ohr beginnt sie zu malen. Hell, leicht, mit Freude und voller Lust und Wärme. Für das Leben. Die fertig gemalten Bilder möchte sie in ihrem Herzen und ihrer Seele aufhängen. Und wenn ihr ab und an ein dunkler Farbklecks in die Quere kommen wird, kann sie sich einfach die Bilder in ihrem eigenen Ich anschauen. Kann es wirklich so einfach sein, Lebensfreude zu empfinden?

"Weisst du was?" fragt sie ihn schüchtern, während er ihr über die Schultern beim Malen zuschaut. Er schüttelt den Kopf und berührt sie sanft und zärtlich am Nacken. "Ich liebe dich."

Bildquelle Farben

Sonntag, 14. August 2011

Reisender Engel.

"Ich gönne sie dir aus tiefstem Herzen" flüstert sie ihm leise ins Ohr. Die Worte sind ehrlich und offen, denn er hat sie verdient, aber sowas von, wenn nicht er, wer dann? Dennoch aber verspürt sie diesen Druck auf ihrer Brust, welcher ihr die Atemluft zu rauben scheint. Er fühlt es, er fühlt sie. Engel können das, darum zieht er sie ganz nahe zu sich, umarmt und küsst sie noch einmal voller Zärtlichkeit.

Still liegen sie sich in den Armen, Worte braucht es nicht mehr. Die Blicke berühren sich und die Wärme bedeckt, umhüllt, erfüllt die Beiden sanft. Einmal mehr hält die Zeit an und die Welt steht still.

Sie wird seinen kitzelnden Atem auf ihrer Haut vermissen. Den Klang seiner Stimme und die strahlenden Augen. Sie wird seine sanften Hände vermissen und die Seele, welche sie tanzen lässt. Manchmal gehen Engel auf eine lange Reise. Aber er wird zurückkehren und sie erneut in seine Engelsarme schliessen...

Bildquelle

Dienstag, 2. August 2011

AugenBlicke!

Sein magnetischer Blick lässt die Mauern ihrer Seele explodieren. Hungrig spürt sie seine Hände in ihrem Nacken, durstig sind seine Küsse, sein Atem brennt in ihrem Mund. Die Sinne springen hemmungslos, unkontrollierbar und sich selbstständig wiederfindend umher.

Ein flammendes Feuer vermissten Begehrens lodert unzähmbar in ihnen auf. In den vergessenen Ecken ihrer Gehirnwindungen übernimmt eine unwiederbringliche Lust die Sehnsucht und das Verlangen nach einander. Ohne Worte, mit nacktem Verstehen befreit die Beiden reine Zärtlichkeit und aufrichtige Hingabe von ihren Fesseln. Er trink sie aus und verzehrt sie.

Die Leidenschaft beherrscht und bestimmt den Moment des Geschehens. Der erhitzte Wirbelsturm sich vereinender Körper erfüllt den Moment, erfüllt das hier und jetzt. Wollust über allem. Erst danach können die Seelen, Herzen und Körper Zuflucht und Geborgenheit finden in der Wärme, in der Sinnlichkeit des geteilten Schlafs.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Neuanfang!

Tränen.
Das Herz scheint zu brennen und die Ursache liegt ganz tief und versteckt sich irgendwo, beinahe nicht möglich, gefunden und im Kern erstickt zu werden.

Wut.
Aus den Augen schiessen Blitze hervor, der Mund ist nur noch als ein schmaler Strich zu erkennen und unfähig zu lächeln. Hände ballen sich zu Fäusten zusammen, Bewegungen, welche früher einmal fliessend waren, sind unterbrochen, beinahe aggressiv. Eine Faust möchte gegen eine Wand schlagen.

Hoffnung.
Die Flammen im Herz werden kleiner und der Körper entspannt sich ein bisschen. Die Gestalt scheint zu ihrer alten Form zurückzufinden. Wendet sich am Ende vielleicht doch alles zum Guten?

Doch es beginnt von vorn: Tränen. Wut. Hoffnung.

Verzweiflung.
Ein Mensch kauert am Boden, die Arme fest um den Körper geschlungen. Zitternd. Die dunklen Augen sind aufgequollen vom Weinen. Wahrlich kein schönes Bild, aber niemand hat je verlangt, dass es das sein muss. Ein schönes Bild!
Der Mensch dreht sich im Kreis; tritt auf der Stelle, als wäre er in einem Keller gefangen, aus welchem er ohne Hilfe anderer Menschen nicht mehr herausfindet. Doch die Hilfe bleibt verwehrt, das Bitten ungehört, das Flehen ignoriert.

Und es beginnt erneut von vorn: Tränen. Wut. Hoffnung. Verzweiflung.

Hilflosigkeit.
Ein Körper sinkt in sich zusammen, wirkt fast verschwindend winzig. Ein Weg zeigt sich deutlich und dennoch, bei jedem Schritt scheint sich eine Wand vor dem Körper aufzubauen, von welcher er immer und immer wieder abprallt.

Doch diesmal soll es nicht von vorn beginnen. Nein, wird es nicht! Die Hoffnung hat gesiegt.

Montag, 27. Juni 2011

One Way Ticket.

Aus dem Fenster mit leeren Augen in das weite Nichts schauend. Das monotone Klacken der Wagons auf den Schienen vermag nicht zu beruhigen. Noch fünf Minuten bis sechs Stunden. Der Zug rollt ein und bleibt letztendlich stehen. Das Herz zerspringt und die Seele weint. Einfach sitzen bleiben flüstert eine Stimme im Kopf.

Noch fünf Minuten bis sechs Stunden. Irgendwann hat das Herz verstanden und alles Weitere hat sich erledigt. Wie von selbst, einfach so. Die Zeichen hätten früher erkannt werden können, wenn man sie dann hätte sehen wollen. Wieviel wundervoller war es aber doch, mit geschlossenen Augen zu fühlen und weiter zu träumen… auf mehr Zeit hoffend?

Noch fünf Minuten bis sechs Stunden. Salz auf Lippen aus Augen herkommend. „Gring abe u seckle“, das wärs jetzt. Nur, wohin? Besser wäre wohl, zuerst das Herz auf die lange Bank legen, die Seele gleich daneben. Der Termin mit dem Maurer ist rot angestrichen in der Agenda. Hört sich durchaus vernünftig an.

Noch fünf Minuten bis sechs Stunden. Wissend, ein letztes Mal eine Reise mit diesem Gefühl erlebt zu haben, aber die Würfel haben entschieden. Geschüttelt und geworfen hast sie du. Gefallen sind sie und die Kerbe wird bleiben. Einfach sitzen bleiben flüstert eine Stimme im Kopf.

Noch fünf Minuten. Der Abschied wird sechs Stunden dauern. One Way Ticket - eine Heimfahrt wirds nicht mehr geben! Happy Birthday.

Dienstag, 21. Juni 2011

Einfach fort.

Sie waren mir definitiv stets ein Trost, wenn es mir gerade nicht sehr gut ging, was durchaus mal vorkommen konnte (und kann). Sie brachten mich zum Schmunzeln oder sogar Lachen, eine zeitlang zum Weinen aber viel, viel öfters auch mal zum Träumen, Mitfühlen und Erinnern.

Lehrreich, nachdenklich, treffend, musikalisch, interessant, nachwirkend, wütend, witzig, phantasiereich und wundervoll. Manchmal geschichtenartig, dann wieder unglaublich lyrisch. Es gäbe noch tausende von Adjektive, welche ich aufzählen könnte... Aber alle haben sie Eines gemeinsam. Es waren deine.

Es waren sie, welche mich zuerst berührt haben, mitten ins Herz und meine Seele zielend, getroffen und geblieben... Sie waren der Anfang eines wundervollen Etwas. Nur sie haben es möglich gemacht, waren fähig, dieses Warme und Nahe entstehen und wachsen zu lassen...

Donnerstag, 9. Juni 2011

Entscheidung!

Nachdem man sich eine gefühlte Ewigkeit durch wirres Dickicht und Geäst gekämpft hat, sich kräftezehrend einen Weg freigeschlagen hat und sich dann erschöpft, schutzlos und mitgenommen auf einer sonnigen Lichtung findet, ist ein freies Ausatmen durchaus verständlich. Man legt sich mittendrin auf den Boden und geniesst die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, kraft schöpfend.

Nach einer Weile überwindet man sich dann und rappelt sich auf, um weiter zu ziehen und stellt konsterniert fest, dass man sich vor einer Weggabelung befindet. Zumindest erscheint es einem vordergründig als positiv, dass auf beiden Wegen das Gestrüpp deutlich weniger vorhanden ist. Links oder Rechts?

Der rechte Pfad scheint möglicherweise sogar ein bisschen einfacher zu sein. Geliebt würde man werden auf dieser Strecke, man hätte bedeutend weniger Last zu tragen und Schmerzen durch zu stehen. Höchstwahrscheinlich und günstigstenfalls.

Auf dem linken würde man lieben. Allerdings macht dieser Weg den Anschein, mit grosser Sehnsucht, vielen Tränen und Enttäuschungen verbunden zu sein. Erleben würde man aber wohl auch wundervolle Momente voller Glück und Wärme.

Aber, wenn man nun nur lange genug auf dem rechten Weg wandert, würde man womöglich auch da auf solche Momente stossen? Oder wird man nach ein paar Kilometer auf dem linken Pfad Gegenliebe erfahren dürfen? Fragen über Fragen...

So oder so. Die Entscheidung muss gefällt werden, denn auf der Lichtung würde man verdursten. Während der Verstand und die Logik sich noch mit dem Herz und der Seele ringen weil sie sich aber sowas von uneinig sind, ist die Entscheidung bereits getroffen worden.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Wenn sie liebt...

Wenn sie liebt, tut sie dies leidenschaftlich, selig und selbstlos. Wenn sie dich liebt und dich ansieht kann es durchaus sein, dass dir das Atmen schwerer fällt als sonst. Sie lässt dich übrigens, wie du bist und liebt dich genau so, wie du bist. Wenn sie dich betrachtet, dich anblickt, wirst du wunderschön.

Ihre Augen sind Hände, die dich berühren und mitziehen. Wohin, weisst du noch nicht. Du möchtest es auch gar nicht wissen, es kümmert dich nicht. Es ist einfach richtig, wenn sie bei dir ist. Du trinkst die Momente, welche sie mit dir teilt. Ihre Nähe ist wie eine warme Decke in einer kalten Winternacht. Ist sie dir nahe genug? Wie fühlt sich deine Haut an, wenn sie nicht von ihr berührt wird?

Sie hat keine Angst ihre Liebe zu geben. Du bekommst alles. Jeder gemeinsame Augenblick ist gefüllt mit ihrer Aufmerksamkeit. Sie erwartet offenbar nichts von dir. Sie will dich ansehen und dich fühlen. Sie will einfach bei dir sein. Pur und mit ihrem ganzen Herzen. Bedingungslos.

Dennoch, vielleicht wäre es besser, wenn du ihr nie begegnest. Sei vorsichtig, wenn du in zwei tiefe Augen blickst und dich plötzlich zu Hause fühlst. Pass auf, wenn es warm wird und nach Frühling riecht, du dein Herz schlagen und dich leben spürst. Sei achtsam, wenn du fühlst, wie dein Blut fliesst und deine Haut atmet.

Schau weg, lauf weg, bevor sie beginnt, dich zu lieben, denn es könnte weh tun. Irgendwann wird sie sich umdrehen und zutiefst verletzt fortgehen. Und dich ebenso zurücklassen.

Dienstag, 10. Mai 2011

T-4!

Schliesse nun deine Augen und versuche das Gefühl zu erkennen. Feinste Berührungen, nur ein Hauch. Ganz leichte, sanfte Hände streicheln über dein Gesicht… Zwei Finger streifen, beinahe schwerelos über deine Augenbrauen und beginnen mit leichtem Druck deine Schläfen zu massieren. Kannst du es fühlen?

Dein ganzes Gesicht wird bekleidet mit Küssen… deine geschlossenen Augen, deine Wangen, deine Nase, deine Ohrläppchen und ganz zum Schluss deine Lippen, welche bereits sehnsüchtigst in Wartestellung zu stehen scheinen. Spürst du es?

Lippen bedecken deinen Hals mit Küssen, bis die Gänsehaut auch den letzten Winkel deines Körpers erreicht hat. Zärtliche Lippen und Hände liebkosen deinen ganzen Körper... Deine Augen sind noch immer geschlossen und die Sterne, welche du nun siehst, kannst du nicht zählen, es sind zu viele...

Kannst du es fühlen? Wenn ja, bist du angekommen...

Dienstag, 3. Mai 2011

Des Engels Zauberarme.

Sie wird von einem unsichtbaren, heimtückischen und bösartigen Monster gelebt und gesteuert. Hunger verspürt sie schon lange keinen mehr und das Gewicht auf ihrer Brust erhöht sich beinahe im Stundentakt und wird immer unerträglicher.

Das Monster ist ihre Gedanken, welche sich ständig im Kreise drehen und sie lethargisch und benommen werden lassen. Es sind traurige, düstere Gedanken. Das Monster ist ihr Unverständnis gegenüber gewisser auf sie gezielten Reaktionen. Das Monster ist das Ausbleiben der lieben und zärtlichen Worte, welche nicht mehr an sie gerichtet werden oder es nicht mehr vermögen, bis in ihr Herz zu gelangen. Das Monster ist der Selbstzweifel und das abhanden gekommene Vertrauen in doch schon gespürte Gefühle. Das Monster ist diese unbeschreibliche Sehnsucht, sich in ihnen zu verkriechen, sich geborgen und beschützt zu wissen und zu fühlen.

Plötzlich sind sie wieder gekommen, waren eigentlich gar nie weg und haben sie erneut umschlossen und zugedeckt. Sie fühlt das klopfende Herz. Das Gefühl, aufs Neue angekommen zu sein, erfüllt sie allmählich. Endlich ist dieses grässliche, unerträgliche Gewicht verschwunden. Sie haben es einfach weggezaubert. Sie spürt den warmen Atem im Nacken und riecht den vertrauten, so sehnlichst vermissten Duft. Sie fühlt die Nähe und Wärme. Sie fragt sich, warum die Traurigkeit und Schwere sie immer wieder einholen und von ihr Besitz nehmen, wo doch die Freude und Leichtigkeit um so unbeschreiblich mehr an- und berührender ist.

Es fühlt sich wundervoll an, in des Engels Zauberarmen.

Dienstag, 12. April 2011

Kreisend.

Auf einer weitläufigen, unüberblickbaren Wiese stand sie. Wenn man nur auf sie achtet, scheint sie ganz alleine, aber das ist sie nicht. Weit über ihr zog ein stolzer Adler seine sanften Kreise und berührte flügelschwingend ihre Gedanken. Auf einmal trafen sich die Blicke der Beiden und wurden zu Feuerfunken.

Der Adler flog nun ein bisschen niedriger und die Kreise wurden immer kleiner bis er schliesslich fast bodennah einen kleinen Erdhügel auf der Wiese erreicht hatte, auf den er sich setzte.

Ganz vorsichtig und achtungsvoll schreitet sie auf ihn zu und der Adler erwartete sie geduldig und voller Respekt. Bei ihm angekommen streckte sie ihre Hand nach ihm aus und berührte zögernd, unsicher und zaghaft sein Gefieder. Er hob seinen Kopf und ihre Blicke trafen sich erneut. So nahe erkannten sie nun beide ihre Seelen und verstanden sich ohne ein Wort.

Sie öffnete sich ihm und er spannte seine Flügel, um sie vollends zu bedecken. Bis zum Morgengrauen blieb er ihr so hingebungsvoll und feinsinnig, um sie dann wieder zu verlassen. Mit Tränen in den Augen bewegte auch sie sich von diesem Ort weg, jedoch federleicht und mit einem lachenden Herzen, denn sie wusste nun, wo sie ihn finden würde und wird. Und auch der Adler wusste, dass er sie immer wieder erreichen wird und würde.

Montag, 11. April 2011

Sinnlos?

„Nein“ hatte sie laut geschrien, für niemanden hörbar, „ja“ hatte sie gemeint. Der Wille, sich nicht wegzubewegen war pausenlos vorhanden, obschon es in ihr brodelte und drohte, die ganze Zeit. Beharrlich und unaufhörlich ein dauernder Kampf gegen sich selber, im Vorfeld aber war selbst ihr bereits klar, wer der Verlierer sein würde.

Nun fühlt sich alles brennend kalt an. Entgegen aller Vernunft scheint sie jetzt bereit zu sein für die endgültige Niederlage. Durch den Rückspiegel nach vorne zu schauen ergibt keinen Sinn, sogar sie erkennt dies, schmerzlichst und voller Schuldbewusstsein.

Ein stilles Chaos schreit sie laut hinaus, für niemanden hörbar. So treibt sie dann jetzt noch ein Weilchen weiter, ohne Sinn, dem endgültigen Stillstand, der unwiderrufbaren Leere, dem endgültigen Nichts entgegen.