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Donnerstag, 8. Januar 2015

Es lebe der Witz!

von Tim Wolff, Chefredakteur TITANIC

Es ist anlässlich der fürchterlichen Morde in Paris wohl nötig, mal wieder Grundsätzliches über Komik und Satire zu sagen. Denn nicht nur islamistischen Terroristen, so unsere Erfahrung bei der Titanic, fehlt es da an der Grundausstattung.

Komik ist zu allererst ein Mittel, dem Ernst des Lebens, der die meisten von uns bedrückt, selbst wenn nicht gerade Raketenwerfer in Redaktionsräumen abgefeuert werden, etwas entgegenzusetzen, im besten Falle seiner Herr zu werden. Und je ernster die Lage, desto wichtiger der Humor. Komik schafft Distanz zu bedrückenden Ereignissen, sie erlaubt, uneigentlich über eigentlich Unerträgliches zu sprechen – und so den Schrecken zu bekämpfen. Sehr viele Komikunkundige, ob Islamisten, Rassisten oder deutsche Durchschnittsjournalisten, begehen meist den Fehler, einen Witz auf einen unkomischen, ernsten (und zumeist noch auf einem Missverständnis beruhenden) Aussagekern herunterbrechen zu wollen. Die einen, weil sie den Witz auslöschen wollen; die anderen, weil sie glauben, Satire und Komik zu ernsten Themen sei nur angebracht, wenn sie „wertvoll“, „geistreich“ oder was auch immer ist.

Es ist natürlich schöner, wenn Komik auch noch eine kluge Botschaft transportiert, aber sie ist auch ohne sehr viel wert. Das müssten die meisten Menschen eigentlich wissen, denn sie praktizieren es privat. Als etwa gestern ca. 100 Journalisten Interviews und Statements von mir haben wollten, fielen immer wieder Wendungen wie „Wir wollten Sie nicht überfallen“ oder „Schiessen Sie los“ – und was taten diese Leute, als Ihnen auffiel, was sie da gerade versehentlich, aus Routine gesagt hatten? Sie lachten. Nicht etwa, weil sie sich damit über die ermordeten Satiriker lustig machten, sondern weil ihre üblichen Phrasen auf einmal in einem anderen Kontext standen, eine Bedeutung bekamen, die sie nicht haben sollten. Dahinter steckt keine wertvolle Aussage, es nimmt schlicht für einen Moment dem Ernst die Macht. 

Und das dürfte der Grund sein, weswegen Fanatiker, speziell religiöse, Komik verachten. Sie vertreten eine todernste, einzige ewige Wahrheit, und der Witz – egal wie klug oder lustig er im Einzelfalle sein mag – bedroht diese Wahrheit. Religion (und so manch andere Weltanschauung) ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität, Satire und Komik Rationalität im Kleide des Wahnsinns. Das eine muss das andere missverstehen. Deshalb werden Vertreter des heiligen Ernstes der Komik stets mit Zorn begegnen. Und es ist ihr gutes Recht. Solange sie dies mit denselben Waffen wie Satiriker tun: mit Wort und Bild. Und nicht mit Maschinenpistolen.

Seit gestern gilt mehr denn je: Es lebe der Witz. Der kluge. Der platte. Jeder, der genügend Menschen findet, die über ihn lachen. Und für alle, die ihn nicht mögen, sollte mehr denn je gelten: Ertragt ihn oder ignoriert ihn. Ihr werdet der Komik nicht Herr!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Real life!

Nun, wo, vor allem aber wie soll ich dies niederschreiben... Mit viel Freude habe ich die letzten Jahre jeweils die Bloggy Fridays und einige Bloggy Fondues organisiert. Das tönt nach grausam viel Aufwand. Ist es aber definitiv nicht. Organisieren heisst in diesem Fall, auf facebook die Veranstaltung erstellen, ein paar Mal an den Abend erinnern und schliesslich im ausgewählten Lokal eine gewisse Anzahl Plätze reserviert. That was it. Wortwörtlich!

Diejenige, welche mich persönlich kennen, wissen ganz genau, wie sehr mir der BF und vor allem, wie sehr, sehr, sehr, mir einige BloggerInnen ans Herz gewachsen sind. Einer ist sogar mein Engel geworden, wohnt bei mir und ist die Liebe meines Lebens. Real life as his best würde ich da mal sagen.

Mein Entschluss, die BF's nicht mehr in diesem Rahmen einzufädeln ist überhaupt keine Kurzschlussreaktion. Im Gegenteil, ich habe mir das wirklich lange überlegt und es mir auch schwer getan mit der Entscheidung. Nein, das Leben ist voller Termine, Verpflichtungen und Treffen. Und Verabredungen. Und Auszeiten. Oder Frau wird schlicht und einfach älter? So oder so, ich denke, dass ein monatliches Treffen einfach too much für uns alle ist. Selbstverständlich überlasse ich es euch allen, die Bloggy Fridays weiterleben zu lassen und mit Sicherheit würde ich auch am Einen oder Anderen erscheinen. Ich schwör. Admins her!

Das war es? Nein, aber sowas von nicht.

Indem ich fünf Schtutz ins Phrasenschwein werfe, sage ich: weniger ist manchmal halt doch irgendwie ein bisschen mehr. Glaubs. Mein Vorschlag an euch alle: 4 Treffen! Zweimal mit Käse und so und zweimal wie gehabt. Die Termine würde ich möglichst früh, also jetzt, bekannt geben, damit wir so einen richtig grossen, lustigen Haufen sind an den vier Abenden.

Dienstag, 3. Februar 2015 – BloggyFondueSchiffAhoi
Freitag, 26. Juni 2015 – Bloggy Friday traditional
Freitag, 28. August 2015 – BloggySommerFondue
Freitag, 27. November 2015 – Bloggy Friday traditional

Die Veranstaltungen würde ich weiterhin auf dem facebook erstellen inkl. freundlichen Reminder. Teert und federt mich. Oder sagt mir bitte, was ihr dazu meint. Oder überrascht mich. Auf alle Fälle freue ich mich jetzt schon, euch am 3. Februar auf dem Schiff zu sehen. Schön wär's. Sehr.

Zur Anmeldung der käsigen Schiffsfahrt und weiteren Informationen zu dieser gelangt ihr hier.
Habe fertig – ade messi! *tränchenverdrückt*

Freitag, 14. März 2014

Nicht mehr da!

So sehr ich mich auf das kommende Wochenende gefreut habe, so sehr belegt ein tiefschwarzer Schatten den heutigen, sonnigen Beginn ebendieses. "Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt" las ich heute morgen auf meinem kleinen i. 

Auch nach xmaligen Lesen dieser Nachricht verstehe ich den Lauf der Dinge noch immer nicht. Jemand hat den Sohn, den Bruder verloren. Ganz viele einen wunderbaren Menschen. Er den Kampf. Er ist einfach nicht mehr da. Unfassbar und definitiv nicht in Worte zu fassen sind die momentanen Gefühle. 

Meine Gedanken sind bei deiner Familie, ganz fest. Und auch ein bisschen beim 8. Juli 2013, als wir an einem Montagabend gemeinsam im kleinen Rahmen das Fässchen gekillt haben. Gute Reise, lieber Freund.

Der Tod ist nichts...

Der Tod ist nichts,
ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht keine andere Redeweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgendeine besondere Betonung,
ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Weshalb soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.
Henry Scott
 
Bildquelle

Freitag, 4. Mai 2012

21 Gramm (wiegt die Seele)


Da isches Loch i dr Luft. 
Irgendöppis isch verrütscht.
Üse Lift isch blybe schtecke 
und hanget am ne Sydefade i dr Lääri.

Mir si zwöi komplett verträiti Magnet 
und luege zue, wie d Gletscherzunge wachse.

Wo genau si mir hie? 
Isch das dr Rand vor Ärde? 
Und gheie mir bim nächschte Schritt 
i ds bodelose Nüt? 

Frag mi lieber nid, 
was us üs no aus söu wärde 
und öb mir üs jemaus widerfinge.

Da isch es Loch i dr Luft 
und en Uhr isch blybe schtah. 
Da isch dr Schatte vo re alte Flamme 
und nes furchtbar vertrochnets Flussbett 
und d melodie, die chert vo Dur zu Moll 
und irgendwo fähle 21 Gramm.

Wo genau si mir hie? 
Isch das dr Rand vor Ärde? 
Und gheie mir bim nächschte Schritt 
i ds bodelose Nüt? 

Frag mi lieber nid, 
was us üs no aus söu wärde 
und öb mir üs jemaus widerfinge.

Sonntag, 15. Januar 2012

Irrwege. Irrwege?

Wie sehr sie sich nach seiner Wärme und Nähe sehnte, konnte sie nie in Worte fassen. Sich noch immer sehnt. Und wenn sie den warmen Engelsatem auf ihrer Haut fühlte, war sie erfüllt von diesem vertrauten Moment und es war, wie es sein musste. Still und zeitlos. Sie überlegt sich, ob sich daran wirklich etwas geändert hat, oder ob sie sich das nur einbildet. Ist ihr Vertrauen geschwächt worden? Falls ja, durch was um Himmels Willen nur...? Oder ist es eine Angst, sich dem Aufprall mit ungeheuerlichen Geschwindigkeit zu nähern und nicht aufgefangen zu werden?

Wie sehr sehnt sie sich nach diesem einen Moment, in welchem er sie mit seinen Engelsaugen anschaut, ihren Kopf in seine Hände nimmt und sie zu sich zieht. Sich die Lippen berühren, sie gemeinsam abtauchen und ertrinken. Und mit ihnen ihre ganze Unsicherheit, sämtliche Zweifel und Ängste. Sie sich wieder angekommen fühlen kann. Wie sehr wünscht sie sich, dass er dies erneut vermag.

Nun sitzt sie da und starrt auf diese Zeilen. Unzählige Male hat sie sich diesen Text nun schon durchgelesen. Es sind definitiv die schönsten Worte, welche je an sie gerichtet worden sind, ihr klopfendes Herz und ihre verwirrte Seele bestätigen dies. Und nein, es sind nicht die folgenden Zeilen... :-)

"Gefühle entscheiden meist über das zu Geschehene. Der Verstand rechtfertigt hinterher mit den passenden Argumenten. Das ist eigentlich so klar, wie das trübe Wasser eines Bergsees im Frühling. Oder regiert der Verstand über die Situation und die Gefühle werden klammheimlich und aus praktischen Gründen angepasst?"

In welche Richtung wird sie nur ihr Herz ziehen mögen, frag sie sich, während die Seele leise beginnt zu weinen und eine salzige, heisse Träne ihr über die Wangen rinnt. Und im gleichen Moment wird ihr klar, dass ihr Herz sie nur an einen Ort ziehen mag... Warum nur trocknet dieses Bewusstsein ihre Tränen nicht?

Bildquelle2, Bildquelle1

Sonntag, 8. Januar 2012

Ordnung schaffen?

Es gibt sie, diese Momente im Leben, wo nichts mehr auf seinem zugefühlten Platz zu stehen scheint. Alles sträubt sich gegen das Gravitationsgesetz; irrt schwerelos und unsteuerbar durch die Herzens- und Seelenwelt. Gefühle, Gedanken aber auch Schmerzen, Zweifel und Unsicherheit kreisen und kreisen und kreisen. Folge davon sind Gedankenschwere, Herzrasen und eine ganz grosse, innere Unruhe. Erneute Unsicherheit und Zweifel, wirre Gedanken, aufkeimende, aufwühlende und zurückweichende Gefühle. Euphorie und Ahnungslosigkeit geben sich die Hand und Tränen suchen sich den Weg an die kalte, eisige Luft.

Es braucht sie, diese Momente, in welchen man sich sammeln kann. Und Zeit hat, aufzuräumen. Die Gefühle und Gedanken wieder an ihren zugespürten Platz setzt, ruht und tief durchatmet. Um anschliessend, sich wundernd über die Verwirrungen, Zweifel und Unsicherheiten, einfach glücklich in des Engels Armen zu liegen. Und zu fühlen, am richtigen Ort zu sein.

Und manchmal muss man sich in Geduld üben, diesen Moment abzuwarten. Hoffend, ihn im innersten des Herzens zu fühlen, wenn er sich dann zeigen mag. Der Moment, in welchem sich die Herzensordnung wie von selbst wieder herstellt. Da hilft kein Apotheker und auch keine Packungsbeilage. Und wohl auch kein Zupfen am Grashalm. Risiken und Nebenwirkungen des L(i)ebens.

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Donnerstag, 22. Dezember 2011

Konzertjahr 2011? (3)

Selten, zum Glück, aber leider dennoch vorgekommen: Jene Konzerte, welche einen fahlen Nachgeschmack hinterlassen haben.

Wie das Gianna Nannini Konzert am 23. Juli im Rahmen des live at sunset Festivals in Zürich zum Beispiel... die darauffolgenden Tage waren... wie soll ich sagen. Schmerzlichst? Tief verletzend? Unschön?
Nun, da nagt noch immer ein kleines Etwas an meiner Seele, allerdings ist die Kerbe mittlerweile einer kleinen Schürfung gewichen.

Die grösste musikalische Enttäuschung aber war eindeutig das Sisters of Mercy Konzert am 23. November im X-Tra. Mannmannmann... die Zeit dieser Mannen scheint nun aber sowas von definitiv abgelaufen zu sein. Da müsste wirklich so einiges kommen von ihnen, damit ich mir diese von mir einst so geliebte Truppe noch einmal antue. Immerhin passte das Rahmenprogramm an diesem Abend und machte ihn somit dennoch zu einem ganz angenehmen und gelungenen.

Das wars dann auch schon. Mit nicht einmal 5% negativen Erinnerungen an besuchte Konzerte in einem Jahr kann ich irgendwie doch ganz gut leben!

Ups. Einen hab ich doch noch. Hurts am 20. Februar, ebenfalls im X-Tra. Aber da waren äussere, unkontrollierbare Kräfte und böse Mächte am Werk. Und Tränen, so sagt man, sollen ja eine reinigende Wirkung haben.

Montag, 5. Dezember 2011

Alles ist gesagt.


Abschied

Du füllst mich an wie Blut die frische Wunde
und rinnst hernieder seine dunkle Spur,
du dehnst dich aus wie Nacht in jener Stunde,
da sich die Matte färbt zur Schattenflur,
du blühst wie Rosen schwer in Gärten allen,
du Einsamkeit aus Alter und Verlust,
du Überleben, wenn die Träume fallen,
zuviel gelitten und zuviel gewusst.

Entfremdet früh dem Wahn der Wirklichkeiten,
versagend sich der schnell gegebenen Welt,
ermüdet von dem Trug der Einzelheiten,
da keine sich dem tiefen Ich gesellt;
nun aus der Tiefe selbst, durch nichts rühren,
und die kein Wort und Zeichen je verrät,
musst du dein Schweigen nehmen, Abwärtsführen
zu Nacht und Trauer und den Rosen spät.

Manchmal noch denkst du dich - die eigene Sage:
das warst du doch? ach, wie du dich vergasst!
war das dein Bild? war das nicht deine Frage,
dein Wort, dein Himmelslicht, das du besasst?
Mein Wort, mein Himmelslicht, dereinst besessen,
mein Wort, mein Himmelslicht, zerstört, vertan -
wem das geschah, der muss sich wohl vergessen
und rührt nicht mehr die alten Stunden an.

Ein letzter Tag: spätglühend, weite Räume,
ein Wasser führt dich zu entrücktem Ziel,
ein hohes Licht umströmt die alten Bäume
und schafft im Schatten sich ein Widerspiel,
von Früchten nichts, aus Ähren keine Krone
und auch nach Ernten hat er nicht gefragt -
er spielt sein Spiel, und fühlt sein Licht und ohne
Erinnern nieder - alles ist gesagt.

Gottfried Benn

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Sonntag, 14. August 2011

Reisender Engel.

"Ich gönne sie dir aus tiefstem Herzen" flüstert sie ihm leise ins Ohr. Die Worte sind ehrlich und offen, denn er hat sie verdient, aber sowas von, wenn nicht er, wer dann? Dennoch aber verspürt sie diesen Druck auf ihrer Brust, welcher ihr die Atemluft zu rauben scheint. Er fühlt es, er fühlt sie. Engel können das, darum zieht er sie ganz nahe zu sich, umarmt und küsst sie noch einmal voller Zärtlichkeit.

Still liegen sie sich in den Armen, Worte braucht es nicht mehr. Die Blicke berühren sich und die Wärme bedeckt, umhüllt, erfüllt die Beiden sanft. Einmal mehr hält die Zeit an und die Welt steht still.

Sie wird seinen kitzelnden Atem auf ihrer Haut vermissen. Den Klang seiner Stimme und die strahlenden Augen. Sie wird seine sanften Hände vermissen und die Seele, welche sie tanzen lässt. Manchmal gehen Engel auf eine lange Reise. Aber er wird zurückkehren und sie erneut in seine Engelsarme schliessen...

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Mittwoch, 29. Juni 2011

Wehmut!

Offener Brief an Misters Kindergärtnerinnen (selbstverständlich auch persönlich überreicht):

Ich möchte mich bei ihnen von ganzem Herzen bedanken. Der Mister durfte im Kindergarten eine unvergessliche, einmalige Zeit verbringen. Sie haben ihn äusserst liebevoll und individuell begleitet und unterstützt, ihm wichtige soziale Werte vermittelt (okay, er ist grundsätzlich schon fast zu sozial und emotional, wenn man dies denn sein kann, das haben aber nicht sie ihm vererbt), ihn vor allem in seinem Selbstvertrauen stets gestärkt und ihn somit ein sehr wichtiges Stück gelernt und begleitet, eine selbstständige, kleine Persönlichkeit zu werden.

Der Mister ist immer sooo gerne zu ihnen gekommen, hatte sie alle lieb und auch ich jederzeit ein gutes Gefühl und vollstes Vertrauen zu ihnen. Sie haben auch nie keinen Aufwand gescheut, mich regelmässig auf dem Laufenden zu halten, mich über ihre Ziele und Vorstellungen zu orientieren und Misters Kindergartenzeit so unglaublich abwechslungsreich, interessant und vor allem kindsgerecht zu gestalten.

Mit einem (... wirklich nur einem...?) weinenden Auge verabschiede ich mich nun von ihnen. Mehr als zu hoffen und wünschen, dass der Mister in der nun kommenden Schulzeit auch so wundervoll und toll begleitet wird, bleibt mir nicht... *jetztheulengeht*

Dienstag, 21. Juni 2011

Einfach fort.

Sie waren mir definitiv stets ein Trost, wenn es mir gerade nicht sehr gut ging, was durchaus mal vorkommen konnte (und kann). Sie brachten mich zum Schmunzeln oder sogar Lachen, eine zeitlang zum Weinen aber viel, viel öfters auch mal zum Träumen, Mitfühlen und Erinnern.

Lehrreich, nachdenklich, treffend, musikalisch, interessant, nachwirkend, wütend, witzig, phantasiereich und wundervoll. Manchmal geschichtenartig, dann wieder unglaublich lyrisch. Es gäbe noch tausende von Adjektive, welche ich aufzählen könnte... Aber alle haben sie Eines gemeinsam. Es waren deine.

Es waren sie, welche mich zuerst berührt haben, mitten ins Herz und meine Seele zielend, getroffen und geblieben... Sie waren der Anfang eines wundervollen Etwas. Nur sie haben es möglich gemacht, waren fähig, dieses Warme und Nahe entstehen und wachsen zu lassen...

Samstag, 11. Juni 2011

Untertauchen!

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
und darüber thront das Schweigen
und der Winterhimmel nur.

Alles still! vergeblich lauschet
man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! die Dorfeshütten
sind wie Gräber anzusehn,
die, von Schnee bedeckt, inmitten
eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! nichts hör ich klopfen
als mein Herze durch die Nacht -
heiße Tränen niedertropfen
auf die kalte Sommernacht.
Theodor Fontane

Montag, 30. Mai 2011

Nun...!

Der Tod* ist groß
Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns.
Rainer Maria Rilke

*Sooo gross und mächtig ist er nun aber auch nicht, wie er (der werte Herr Gevatter Tod) meint. Wenn er aber dann ungeplant kommt, ist er wohl eher unerwünscht. Der von mir sehr verehrte Herr Rilke sieht das schon ganz richtig. Aber eben, das Leben ist kein Wunschkonzert! Und weils grad passt:

Schlaf und Tod, die düstern Adler
Umrauschen nachtlang dieses Haupt:
Des Menschen goldnes Bildnis
Verschlänge die eisige Woge
Der Ewigkeit. An schaurigen Riffen
Zerschellt der purpurne Leib
Und es klagt die dunkle Stimme
Über dem Meer.
Schwester stürmischer Schwermut
Sieh ein ängstlicher Kahn versinkt
Unter Sternen,
Dem schweigenden Antlitz der Nacht.
Georg Trakl

Viel Spass mit der Interpretation! Sorry! :-) Und der Georg Trakl war wirklich ok!

Freitag, 27. Mai 2011

Sprachlos und traurig!

Beim Waldsofa der Waldspielgruppe und den Waldfüchsen in Entfelden wurde zum wiederholten Male randaliert, nur dieses Mal schlimmer als je zuvor.

Der schwarze Kafka erinnert sich gut an den Tag vor knapp einem Jahr, als mit Begeisterung und Tatendrang das Waldsofa mit Kindern und Eltern neu gebaut wurde... Und es wurde hammer, das neue Waldsofa. Nicht nur Misters Augen glänzten vor Stolz an diesem Abend.


Und nun? Ein Bild blinder Zerstörungswut, welches mir bittere Tränen in die Augen treibt. Auch das Klettergerüst mit aufwändig konstruiertem Seil-Spinnennetz, welches erst im letzten Herbst von der Jungschi extra für die Waldspielgruppe und Waldfüchse gebaut wurde, ist total beschädigt. Unbednutzbar gemacht worden. Eine Hütte, von Kinderhänden selber gebaut und an welcher immer wieder rege um- und angebaut wurde (Misters Lieblingsbeschäftigung bei den Waldfüchsen), wurde dem Erdboden gleichgemacht.


Wie erklärt man eine solche sinnlose, zerstörerische Tat kleinen Kindern (3 bis 6-jährig), wenn wir Erwachsenen es selbst nicht verstehen? Wer tut sowas?

Der schwarze Kafka ist fassungslos, sprachlos, betroffen und traurig. Er hat sich noch nicht einmal getraut, dem Mister das Bild zu zeigen und ihm zu erklären, dass seine letzten Waldfüchse-Samstage nicht mehr beim eigens aufgebauten Waldsofa stattfinden werden.

Dienstag, 29. März 2011

Aussen vor!

Es gibt Menschen, welche sich im Verlaufe der gemeinsamen Geschichte einen Platz im Herzen sichern - nicht alle auf immer natürlich - , oder aber sie ziehen diretto dort ein. Einfach durch ihre liebevolle Art und weil sie schöne Menschen sind. Sie berühren einen an einem sehr schwierig erreichbaren Ort, aber sie haben die Fähigkeit, die Betonmauer einfach so zu durchstupsen, einstürzen lassen zu können, beinahe beim ersten Augenschein schon. Was eigentlich definitiv relativ unverschämt ist!

Diese Menschen spüren auf hunderttausend und immer eins mehr Kilometer, wenn es einem eher schwarz als dunkelgrau geht, ohne Worte; nur durch Blicke und zuhören. Oder sogar ohne Blicke und zuhören. Solch schöne Menschen gibt es in meinem Leben wahrlich nicht viele, vermissen und benötigen tu ich sie allerdings nicht wirklich, in der Masse, meine ich. Eine kleine Handvoll reicht ausreichend. Lieber eher weniger. Mehr könnte ich nicht ertragen und zulassen. Die Mauer ist zu wichtig. Aber eine kleine Handvoll habe ich zum Hellgrauen oder noch blendender.

Schon so oft hat mich genau einer dieser kleinen Handvoll zum Lächeln gebracht. Mit einem Satz, einer Geste, einer Berührung, einem Blick, einem Gedanken. Immer im richtigen Augenblick, meistens kurz bevor oder knapp nach dem Kippen ins Schwarze. Dann hat mich diese Hand einfach so erneut ins Dunkel- oder sogar Hellgraue gezogen (oder ins noch Hellere… aber pssst!). Wundervoll!

Wenn ich nun aber einmal ziehen müsste? Bemerkend, wie genau diese Hand des gezauberten Lächelns selber eine bräuchte? Meine Arme scheinen zu kurz, reichen doch nicht bis zum Ort hinter den Mauern. Zu schwach ist sie, meine Hand, und sie hat die Kraft offensichtlich nicht, die Mauer zu durchstossen.

Blutende Fingerknöchel vom Versuch des Durchstossens der Mauer schmerzen nicht. Vielmehr die Erkenntnis, dass ich die Hand des gezauberten Lächelns um so einiges mehr brauche, als sie mich.

Montag, 14. März 2011

Algebraische Gleichung?

A, B, C, D, E und F kennen sich. Untereinander ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger. Tut grundsätzlich aber nichts zur Sache.

B scheint mit A ein internes, persönliches Problem zu haben, offensichtlich, so dünkt es A zumindest. A vermutet, dass es mit C zu tun haben könnte. Die elektronische Post, welche A von B bekommt, vordergründig von B bekommt, scheint darauf hin zu zielen.

A löscht diese Post. Ein Fehler, rückblickend ein Riesenfehler. In jedem einigermassen gut gedrehten Tatort würde sich A damit äusserst verdächtig machen. Im RL auch, wie sich herausstellen wird. Nichts desto trotz, A löscht diese Post, da A nichts verletzendes im Briefkasten haben möchte, und das ist sie, diese Post.

Die Lawine kommt ins Rollen, als C davon erfährt und B bittet, dies in Zukunft zu unterlassen. B versteht die Welt nicht mehr, was nun wiederum A nicht versteht und B darauf anspricht. A und B sprechen miteinander, offen, wie es den Anschein macht. Es fällt ein Verdacht auf G. A beginnt B zu glauben und erzählt C von der verwirrenden Unterhaltung mit B.

B glaubt dann aber trotzdem nicht mehr an G, vielmehr, dass A sich alles ausgedacht hat, was A nun wieder grundsätzlich an Menschen zweifeln lässt. C hat sich inzwischen ausgeklinkt, A wird es C nun gleichtun. Wie oder was D, E und F darüber denken, enzieht sich A’s Wissen, B‘s wohl eher nicht.

In jedem einigermassen gut gedrehten Tatort würde sich am Ende diese algebraische Gleichung auflösen, der Zuschauer würde sich an den Kopf fassen und denken, ein bisschen konstruiert das Ganze, aber irgendwie doch logisch, momol. Oder er sagt sich, dass er es von Anfang an wusste…

Das RL ist aber halt kein einigermassen gut gedrehter Tatort, weswegen hier eine quinta essentia fehlt. Oder doch nicht ganz? Es lebe das Misstrauen, nieder mit der Wahrheit… oder so ähnlich!

Quelle Zeichnung

Dienstag, 28. Dezember 2010

Die Gabe!

Der schwarze Kafka hat eine Gabe – nein, eigentlich ist es eben keine Gabe, vielmehr einen wahrlich üblen Drang, welcher dazu neigt, grossen Schaden anzurichten. Die Verwüstung wieder in Ordnung zu bringen braucht dann jeweils ganz viel Energie, tut der Seele weh und die Aussicht auf Erfolg, das ganze Chaos ohne Nachgeschmak aus der Welt zu schaffen, ist nicht immer optimal. Daraus lernen, Lehren daraus zu ziehen versucht er zwar, immer und immer wieder, und trotzdem geschieht es ihm dann wieder. Schnelle Finger sind wahrlich manchmal hässlich. Nun bleibt ihm einmal mehr nichts weiteres übrig, als die Hoffnung, die Beschädigung möge sich in Grenzen halten.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Gegangen!

"Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man sehr lange getragen hat,
das ist eine köstliche, eine wunderbare Sache"

Hermann Hesse

Liebes Omi, du bist gegangen. Gestern, ganz plötzlich und unerwartet, einfach so hat dein Herz aufgehört zu schlagen. Ich dachte, wir hätten noch so viel Zeit. Du hast das Leben geliebt. Stets ein Lächeln im Gesicht. Nun klopft das schlechte Gewissen an bei mir. Warum nur habe ich dich in diesem Jahr nur drei-, viermal besucht? Zu spät ists nun.

Der Mister ist auch ganz traurig und weint viel. Er fragte mich, was wir nun mit dem Fotokalender, welchen wir für dich gebastelt haben, machen. Wir werden ihn nun wohl einfach bei uns zu Hause aufhängen - so bist du irgendwie doch noch unter uns.

Dankbar bin ich für die vielen, schönen Erinnerungen, welche bleiben werden. Im Herzen. Grüss den Opa bitte ganz lieb von mir.

Freitag, 9. April 2010

Kausalzusammenhang zwischen der Falschheit und 30 Kilo!

Dass es diesen gibt, war mir bislang nicht bewusst, nicht einmal vorstellen konnte ich mir den Zusammenhang zwischen einer Gewichtsabnahme und der Änderung des Charakters in absolute Boshaftigkeit. Statistiken oder Umfragen diesbezüglich habe ich keine gefunden, allerdings auch nicht wirklich danach gesucht.

Wie kommt der Schwarze Kafka nun aber dazu, sich mit diesen definitiv zynischen Gedanken herumzuschlagen? Nun, grundsätzlich würde ich mich als einen sehr friedliebenden, ehrlichen und direkten Menschen beschreiben. Gegenteilige Behauptungen werden nicht zur Kenntnis genommen. Der schwarze Kafka mag weder Streit noch Falschheit, was bedeutet, dass er stets versucht, den Menschen offen und ehrlich zu begegnen, zumindest den Menschen, welche er mag. Wirklich mag! Ein sogenanntes No-Go ist für ihn somit die boshaftige Lästerei hintendurch. Die Betonung liegt definitiv auf "boshaftige", denn vom allgemeinen Lästern ist nicht einmal er ganz frei von.

Ebenso, überlegt er sich weiter, sollte man ab einem gewissen Alter definitiv dazu fähig sein, Probleme oder Missverständnisse von Angesicht zu Angesicht zu klären oder zumindest den Versuch einer Klärung unternehmen zu können. Falsch gedacht.

Dass knapp 30 Kilo weniger auf den Rippen bei Menschen einen gewissen Lästereffekt hervorrufen kann bzw. könnte, ist natürlich sehr gut vorstellbar. Wirklich. Aber sich deswegen Unehrlichkeit, Arroganz und Falschheit vorwerfen lassen zu müssen nicht wirklich. Zumal diese nicht ganz schmeichelhaften Charaktereigenschaften erst mit der Gewichtsabnahme ans Licht gekommen sein sollen.

Schade einfach, dass dadurch nun ein Kontakt, welchen ich wirklich sehr geschätzt habe, in die Brüche gegangen ist. Unwiderruflich, unflickbar, wie es scheint. Sehr schade! Eventuell habe ich den Faktor Neid einfach unterschätzt.