Dienstag, 11. August 2009

Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.

Ich bin verliebt. Jaja, ihr habt richtig gelesen - der schwarze Kafka hat sich heute Nachmittag neu verliebt und nein, nein, nicht in meinen werten Herrn Gemahl. Verliebt habe ich mich in Leo oder in Emmi... ein bisschen auch in Bernhard und auch in den Daniel.

Sie hat mir zu meinem diesjährigen Geburtstag ein Buch geschenkt, welches ich 1) heute in ca. drei Stunden durchgelesen eingesogen habe und 2) mich mitten im Herzen getroffen hat.

Gut gegen Nordwind! "Ich denke viel an Sie, in der Früh, zu Mittag, am Abend, in der Nacht, in den Zeiten dazwischen und jeweils knapp davor und danach - und auch währenddessen." Das schreibt Leo an Emmi via E-Mail, nach einem Jahr schriftlichem Verkehr, ohne sich je in der realen Welt getroffen zu haben.

Am 15. Januar verschickt Emmi Rothner eine E-Mail, mit der sie ihr Abonnement der Zeitschrift "Like" kündigen will. Als sie nach gut einem Monat noch keine Antwort bekommen hat, beschwert sie sich. Daraufhin teilt ihr der Empfänger ihrer beiden E-Mails mit, dass diese aufgrund eines Tippfehlers – leike statt like – bei ihm gelandet seien. Neun Monate später findet Emmi in ihrer Mailbox folgende Nachricht: "Liebe Emmi Rothner, wir kennen uns zwar fast noch weniger als überhaupt nicht. Ich danke Ihnen dennoch für Ihre herzliche und überaus originelle Massenmail! Sie müssen wissen: Ich liebe Massenmails an eine Masse, der ich nicht angehöre. Mit freundlichen Grüßen, Leo Leike." Emmi entschuldigt sich umgehend bei ihm, sie sei Webdesignerin und seine E-Mail-Adresse irrtümlich in die Kundendatei gerutscht. "Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr" war der Inhalt des Massenmails.

Von da an schreiben sich Leo und Emmi in immer kürzeren Abständen. Gegenseitige, unerklärliche (nun gut, so unerklärlich jetzt auch wieder nicht) Anziehung lässt eigentlich nur noch eine Frage offen: wann kommt es zum ersten persönlichen Treffen. Diese Frage jedoch wühlt beide so sehr auf, dass sie die Antwort lieber noch eine Weile hinauszögern. Kommt hinzu, dass Emmi glücklich verheiratet ist und Leo eine gescheiterte Beziehung zu verdauen versucht...

Im heutigen Zeitalter der Technik verschickt Krethi und Plethi Mails und deswegen kann man sich so gut in diese Geschichte hineinversetzten. E-Mail-Adresse falsch getippt - kurze Aufklärung und die Sache hat sich erledigt. Nun geschieht in dieser Geschichte aber eben dies, Absender und Adressat fühlen sich zueinander hingezogen. Daniel Glattauer schreibt dies in einer so tollen Art, dass ich es heute nicht einmal auf die Toilette geschafft habe, ohne das Buch in der Hand zu halten. Zauberhaft, klug, wunderbar.

Zum Glück gibts eine Fortsetzung, denn das Ende ist kaum auszuhalten. Leider komme ich erst am Donnerstag dazu, mir diese anzueignen. Geduld war nie eine meiner Stärken. Ach ja, Schnulzenromane gehören übrigens definitiv nicht zu meiner bevorzugten Lektüre, im Gegenteil, ich besitze und lese sie erst gar nicht. "Gut gegen Nordwind" ist kein Schnulzenroman! Vielen, lieben Dank für dieses Buch.

Gut gegen Nordwind
Alle sieben Wellen
Der Schreiber Daniel Glattauer

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

...Ich bin gehöre auch nicht in die Rosamunde Pilcher Fraktion und himmelblaues Gesülze lässt mich kalt.

Ich habe beide Bücher vor einer Weile gelesen und sie zogen mich, wie dich, in den Bann.

Wundervoll.

Die Hausfrau hat gesagt…

oh, danke für den tipp!
aber ich muß mal die rhapsody-saga durchlesen bevor ich mir was anderes vornehme.
schnulzen sind fad zum lesen, da weiß man ja schon im vorhinein was passieren wird.

bluetime hat gesagt…

:-)schön dass ichs getroffen hab!

Heike hat gesagt…

das Buch ist einfach nur schön..ich habe es ratz fatz gelesen..lG HEike

principessa hat gesagt…

Hei meine Liebe, kann ich mir das Buch "Gut gegen Nordwind" mal auslehnen? Kannst dafür meine Roman haben, den Du letztes Mal gesehen hast "allein auf Wolke sieben". Auch schnulzig...aber schön schnulzig :-)! Habe ich auch ratzfatz gelesen.
Küsschen dini lieb Nochberi

Anonym hat gesagt…

sehr intiresno, danke