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Mittwoch, 10. September 2014

Stöcklein vs. Challenge!


Seit Wochen Monaten überlege ich mir einen sinnvollen, gescheiten aber dennoch locker rüberkommenden Wiedereinstieg hier, bei mir. Das Schreiben fehlt mir und fb ist böse, da zeitstehlend. Monsieur Fischer hat den schwarzen Kafka nun ganz gut aus seinem Konfliktbefreit. So frech, wie ich sein kann, missbrauche ich seine Buchchallenge (via teuflischem fb bei mir gelandet) und bastle ein ganz antikes Holzstück daraus.  Er möge es mir verzeihen. Für ein Bier am Samstag beim Spocht!

Um was geht es nun also in diesem Stock aus Holz? Man liste 10 Bücher auf, mit denen man in irgendeiner Weise verbunden geblieben bist. Aaaber: Man google nun nicht "intelligente Schreibe" oder "grosse Weltliteratur", sondern versucht, nach dem Bauchgefühl und spontaner Eingebung zu entscheiden. Und wenn es ein Ärzteroman sein sollte, welcher zum Beispiel die Berufswahl beeinflusst hat, her damit! Nichts gegen Ärzteromane!

Anschliessend wirfst du das Holzstück an fünf Bloggerkollegen weiter. That’s it. Challenge à la Blogger! Vorneweg – 10 Bücher sind viel zu wenig, aber jännusodenn. Hier sind nun also meine 10 „Lebensverbundene“-Bücher (die Reihenfolge entspricht übrigens definitiv keiner Wertung):

Der Baader Meinhof-Komplex (Stefan Aust): weil dies damals in der "Szene" a) Pflichtlektüre war und b) die RAF mich schon ein bitz fasziniert und sehr interessiert hat.

Die Kunst des Liebens (Erich Fromm): mein erstes "ernsthaftes" Buch... (infantile Liebe: ich liebe, weil ich geliebt werde - reife Liebe: ich werde geliebt, weil ich liebe)... tscheggsch?

Papillon (Henri Charrière): meine erste erotische Erfahrung beim Lesen (da war doch etwas mit dem Fahrrad, Spazierfahrt und gespürte Brustwarzen oder so); geklaut aus dem Bücherregal meiner Eltern.

Die Verwandlung (Franz Kafka): Hach Gregor... der Beginn meiner Kafka-Liebe.

Malina (Ingeborg Bachmann): Weil in allen von uns wohl mindestens ein bisschen Malina steckt...

Die Magie der Scheibenwelt (Terry Pratchet): Hach Rincewind... der Beginn meiner Scheibenwelt-Sucht.

Klopf nicht an diese Wand (Mira Magén): der Liebe willen... oder ist es Liebeswahn?

Nie wieder Chaos (Cynthia Townley Ewen): Bringt Ordnung in meinen Haushalt, echt jetzt, ich schwör, ganz einfach und praktisch.

Ego und Gomorrha (Peter Fahr): Texte wider die Suizidgesellschaft ... und wer stirbt schon wieder zuletzt? Et voilà!

Und die Eselin sah den Engel (Nick Cave): Verstörend, brutal, faszinierend, Cave!

Das Holzstück werfe ich folgenden BloggerInnen in den Garten: Bluetime, Madame Lila, Rennende Miene, Falki und der Canela

Und noch einmal ein Dankeschön an den Monsieur, welcher mir den inneren Schweinehund verjagt und mir den neuen Anfang aber sowas von einfach gemacht hat. Der schwarze Kafka überlegt definitiv meistens viel zu viel. Und zu kompliziert.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Die Bibliothek für immer und überall. Oder: die eBook-Flatrate

Ja, dies ist ein Empfehlungspost. Und: nein, ich bekomme kein Geld dafür! Vielmehr mache ich dies aus Überzeugung und ganz freiwillig. Ich schwör!

Seit ca. 3 Monaten bereits nutzen mein Engel und ich, beides Vielleser, nun Skoobe und wir sind begeistert davon. Aber sowas von!

Bei Skoobe kann man so viele eBooks leihen und lesen, wie man möchte bzw. lesen mag; ohne Leihfristen oder Überziehungsgebühren. Der Katalog, welcher im Moment rund 30‘000 Bücher (Belletristik, Biografien, Sachbücher, Ratgeber, Kinder- und Jugendbücher) umfasst, wird wöchentlich um viele weitere Titel und Verlage erweitert.

Mit nur einer Mitgliedschaft können wir nun auf 2 Geräten parallel bis zu 5 Bücher gleichzeitig lesen. Das heisst, der Engel und ich können unabhängig voneinander Bücher ausleihen und lesen. Die Leseposition aller ausgeliehenen Bücher werden automatisch synchronisiert. Wenn ich also heute auf dem iPad lese, kann ich morgen auf dem iPhone an gleicher Stelle weiterlesen. Wenn ich dies dann wollen täte. Und der Engel "mein" Buch in Ruhe lässt.

Übrigens stehen zu allen Büchern umfangreiche Leseproben zur Verfügung. Dieses Anlesen der Bücher steht sogar Nicht-Mitgliedern offen. Ein weiterer interessanter und wichtiger Punkt ist, dass man die ausgeliehenen Bücher bis zu 30 Tage lang im Offline-Modus lesen kann. Jetzt zur Ferienzeit ein definitiv spannender Punkt, wenn man an die manchmal horrenden Wland-Gebühren im Ausland denkt.


Es gibt bei Skoobe drei verschiedene Mitgliedschaften:

Skoobe Basic: Unbegrenzt viele Bücher ausleihen; 2 Geräte synchronisierbar; 24 Stunden am Stück Offline-Lesen: 9.99 Euro/Monat

Skoobe Plus: Unbegrenzt viele Bücher ausleiehn; 2 Geräte synchronisierbar; 30 Tage Offline-Lesen: 14.99 Euro/Monat

Skoobe Premium: Unbegrenzt viele Bücher ausleihen; 3 Gräte synchronisierbar; 30 Tage Offline-Lesen: 19.99 Euro/Monat.

Skoobe stellt seinen Service ausschliesslich über die Skoobe-App, welche kostenlos erhältlich ist, zur Verfügung. Nutzbar ist diese App auf jedem iPad, iPhone, iPod touch, Android-Geräten und dem Kindle Fire.

Falls ich euch nun gluschtig gemacht habe, könnt ihr mit dem untentstehenden Einladungscode Skoobe 30 Tage lang kostenlos testen. Einfach bei der Online Registrierung Code eingeben (ohne diesen könnt ihr Skoobe auch testen, allerdings nur drei Tage).

Einladungscode: MGMUCXTFY
Skoope im App-Store: hier
Skoope für Android: hier 
Skoobe für den Kindle Fire: hier

Freitag, 9. Mai 2014

"So geht das!"

Im Jahr 2014 jährt sich Philip Maloneys erster haarsträubender Fall zum 25 Mal. So lange schon sind die Geschichten am Radio zu hören – Woche für Woche, Whisky für Whisky. Und noch immer erfreuen sich die Geschichten des mürrischen Detektivs, welcher immer sonntags von 11 bis 12 Uhr auf Radio SRF 3 ermittelt, einer ungeheuer grossen Beliebtheit.

1989 wurde Roger Graf, welcher für die geschliffene Sprache der Hörspielreihe verantwortlich ist, beauftragt, für das Sonntagvormittagsprogramm von DRS 3 Sketche zu schreiben. Er erschuf mehrteilige Kurzhörspiele, welche gleich mehrere Genres parodierten. Eines davon lehnte sich an jenes des klassischen Detektivromans an, und so entstand als Parodie auf Philip Marlowe Philip Maloney. Bald darauf wurde Maloney zum Publikumsliebling und erlangte gar Kultstatus.

"Maloney ist keine Figur, er ist ein Zustand"
Philip Maloney (gesprochen von Michael Schacht, von welchem auch obige Aussage stammt) ist ein ständig von Geldsorgen geplagter Privatdetektiv, welcher dem Whisky zugetan ist und auch öfters unter seinem Schreibtisch schläft. Seine Fälle laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Sie werden ihm von seinen Klienten zugetragen und beginnen in der Regel harmlos, jedoch stösst Maloney im Laufe der Ermittlungen meistens auf eine Leiche. Widerwillig muss er dann mit der Polizei zusammenarbeiten. Der zuständige Beamte (in den Hörspielen namenlos, gesprochen von Jodoc Seidel) ist nicht der Hellste und löst eigentlich lieber Kreuzworträtsel als Kriminalfälle.

Bis März 2014 erschienen 363 reguläre Maloney-Fälle. Ausserdem gibt es einige Sonderfolgen, welche zu bestimmten Anlässen produziert wurden. Zudem schrieb Roger Graf mehrere Romane mit Maloney als Hauptfigur.

Vor 25 Jahren konnte wohl niemand ahnen, dass die beiden Schauspieler Michael Schacht und Jodoc Seidel dereinst regelmässig die Kleintheater füllen mit einer lebendigen Hörspiellesung. 

Nun sind die beiden mit ihrem neuen Programm zu Gast in Oberentfelden und es würde mich, klaro, sehr freuen, das eine oder andere bekannte Gesicht an der BAR zu bedienen! Nüssli und Chips gibts gratis!

Gelesen werden zwei haarsträubende Fälle, welche noch nie am Radio zu hören waren, wie immer aktualisiert und voller schräger, skurrilen Figuren, welche Michael Schacht und Jodoc Seidel sicherlich gewohnt überzeugend darstellen werden. Ein Mann, der im Wald nach einer geheimen Formel Einsteins sucht und der mysteriöse Tod eines anderen Mannes in einem Tram. Gibt es die Formel tatsächlich und was hat es mit dem Projekt Tram-3000 auf sich? All diese Fragen beantwortet wie immer verlässlich Philip Maloney, während ihm der Polizist tatkräftig im Wege steht. Und am Ende wird Maloney wie immer den Fall lösen. "So geht das!".

PHILIP MALONEY: Samstag, 17. Mai 2014, 20.00 Uhr (Kassenöffnung: 19.00 Uhr) in der Aula im Oberstufenschulhaus Oberentfelden. Eintritt: CHF 22.00 (PRO ENDIVELD-Mitglieder: CHF 17.00). Reservationen via info@proendiveld.ch oder hier als Kommentar.

Donnerstag, 13. März 2014

12 Bücher in 12 Monaten. Immer am 12.!

Ohhhh, nun bin ich doch auch einen Tag zu spät. Und das bereits im dritten Monat. Ich hoffe sehr, die Initiantin der BuchBlogParade Eva Maria Nielsen wird es mir nachsehen. Et voilà, mein Buchtipp im März:

Jäh wurde ich aus einer Welt gerissen, in welcher die Begebenheiten des täglichen Lebens noch geheimnisvoll und wundersam waren. Meine Augen waren, für gewisse Stunden zumindest, offen für die wunderbare Wirklichkeit des Alltags. Jenseits und Diesseits waren eng miteinander verwoben. Sogar der Tod war ein vertrauter Ort, den man eigentlich nie verlassen würde.

"Das Schönste,
was wir überhaupt besitzen,
ist unsere Sehnsucht."

Nein, ich phantasiere nicht und bin auch nicht einer suspekten Sekte beigetreten. Eigentlich ist es ganz einfach, owohl ein bisschen Wehmut ich nicht verleugnen kann. Ein Buch ist zu Ende gelesen. Wieder einmal. Aber dieses ist erwähnenswert! Anam Cara - Das Buch der keltischen Weisheit von John O'Donohue, welcher im Januar 2008 leider verstorben ist.

Anam ist gälisch und bedeutet Seele. Cara heisst auf deutsch Freund. Nach keltischem Verständnis bedeutet der Buchtitel also "Seelenfreund". Dass die Kelten eine tiefe Einsicht in das Wesen der Liebe und der Freundschaft besassen, war mir nicht fremd, aber gelesen habe ich es noch nie so wundervoll.
Das Buch hat mich auch beim xx-ten Mal lesen angerührt, so poetisch und voller Mystik. John O'Donohue enthüllt in seinem Buch keltische Geheimnisse und er verbindet philosophische Erkenntnisse und Inspirationen wunderschön mit dem geistigen Erbe der keltischen Welt.

Prädikat sehr empfehlenswert für alle, welche sich in dieser heutigen, hektischen Zeit etwas Gutes tun möchten - vor allem der Seele!


"Am Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
dir das Gleichgewicht
wiederzugeben."


Anam Cara: Das Buch der keltischen Weisheit von John O'Donohue, ISBN 978-3-423-34639-9
Bildquelle!

Alle Teilnehmer der spannenden Parade findest du hier

Mittwoch, 12. Februar 2014

12 Bücher in 12 Monaten! Immer am 12.!

Die Vorstellung bzw. meine Leseempfehlung für den Februar 2014 im Rahmen der BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen steht an. Dieses Mal fällt meine Wahl auf einen Klassiker, welcher wohl schon von Vielen unter euch bereits gelesen worden ist. Nichts desto trotz habe ich ihn gewählt. Ich mag ihn doch sooo!


"Grün ist die Hoffnung" von T.C. Boyle
"Ich hab immer alles hingeschmissen. Ich bin bei den Pfadfindern wieder raus, genau wie aus dem Kinderchor und dem Schulorchester. Hab meine Morgenzeitungstour hingeschmissen, der Kirche den Rücken gekehrt, mit dem Basketballtraining aufgehört. Ich habe das College aufgegeben, bin hart am Militärdienst vorbei, Tauglichkeitsgrad 4-F wegen psychischer Labilität, ging danach zurück auf die Uni, um es noch einmal zu versuchen, nahm ein Doktorandenstudium in Englischer Literatur des neunzehnten Jahrhunderts auf [...] und schmiss das Ganze dann kurz vor dem Abschlussexamen hin. Ich heiratete, trennte mich und ließ mich scheiden [...] So ziemlich das einzige, was ich nicht hingeschmissen habe, war das Sommerlager. Und davon erzähl ich euch jetzt.“

So beginnt die Geschichte dreier Looser aus der Sicht des Einen der Dreien. Felix. Der Einunddreissigjährige schlägt sich in San Francisco mit Gelegenheitsarbeiten durch, bis sein älterer Freund Herbert Vogelsang mit einem wagemutigen zwar, aber äusserst lukrativen Vorschlag vorbeikommt. Vogelsang hat in den Hügeln des Mendocino County in Nordkalifornien 160 Hektar Land gekauft und will dort im Sommer zweitausend Marihuana-Pflanzen anbauen. Der Gewinn, schätzungsweise einenhalb Millionen Dollar, würde dann geteilt werden.

Felix nimmt dieses Angebot an und wechselt seinen Wohnort für neun Monate in das, wie er es nennt, "Sommerlager". Er nimmt zusätzlich noch zwei Freunde in die Pflicht, Phil und Gesh, welche ihm bei der Arbeit unter die Arme greifen sollen und dafür jeweils ein Drittel von Felix Anteil erhalten.
Das ganze Vorhaben steht natürlich von Anfang an unter einem eher unglücklichen Stern. Bösartige Highway-Polizisten, neugierige Nachbarn und allerlei weitere Widrigkeiten sorgen dafür, dass die drei Freunde immer paranoider, frustrierter und ungeduldiger werden. Immer deutlicher zeichnet sich dann auch der Misserfolg des Unternehmens ab.

Ehrlich, eine abgefahrene Männerstory, in der es um alle Arten von Drogen, geil sein, unerfüllte Hoffnungen und im Schlamm wühlen soll begeistern? Yep, aber sowas von. Mich hat sie fasziniert und vor allem zum Lachen gebracht. Boyles aussergewöhnliche Freude an ausgefallenen Details, welche mit sprachlicher Brillianz zu überzeugen weiss, lassen diesen Roman wahrlich nie langweilig werden. Mich zumindest nicht.

 "Vogelsang war nervös, wie ein Flakhelfer vor dem Feindanflug" oder "[...] Marlon [...], dessen massive Oberschenkel und Arschbacken sich um das Mopet legten, wie eine Amöbe um ein Nahrungspartikel  [...]" sind nur zwei Beispiele orgineller Vergleiche, auf welche man sich beinahe auf jeder zweiten Seite freuen darf.

T.C. Boyle ist für mich ein ganz grosser Erzähler der Verlierer. Irgendwie. Es sind schräge Verlierer, welche jeweils äusserst liebevoll und mitfühlend behandelt werden. Meine Empfehlung: ein geniales Buch voller Humor und Paranoia, guter Lesestoff für langweilige Tage und Nächte. Lesen!

T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung. (dtv Verlag, ISBN-10: 3-423-20774-4, Originaltitel: Budding Prospects, Erschienen: 1. Februar 1984)

Weitere Teilnehmer dieser tollen BuchBlogParade werde ich heute Abend untenstehend verlinken. Bereits jetzt nachlesen könnt ihr folgende Beiträge:

"Die Rosen von Montevideo" von Carla Federico bei: Eva Maria Nielsen
"Der Krieg und sein Bruder" von Irmela Wendt bei: Wortladen 
"Jacobs Zimmer" von Virgina Woolf bei: Susanne Gurschler 
"Viviane Élisabeth Fauville" von Julia Deck bei: Kölner Leselust 
"Ich weiß, dass du lügst" von Paul Ekman bei: Angela Gaede 
"Die Prinzen von Irland" von Edward Rutherford bei: Gudrun Plett 
"Deutschland vegetarisch – köstliche Speisen ohne Fleisch" von Stevan Paul bei: Werner Lampert Blog;
"1Q84" von Haruki Murakami beim:Reisepaar



Sonntag, 12. Januar 2014

12 Bücher in 12 Monaten! Immer am 12.!

Zufälligerweise, fragt mich nicht wie, bin ich auf den Blog von Eva Maria Nielsen gestossen und habe so von der BuchBlogParade 12 Monate für 12 Bücher bzw. andersrum erfahren. Und als sogenannte Leseratte hat sich der schwarze Kafka spontan entschlossen, mitzumachen. Zu Sehr spontan; denn heute steht bereits die erste Präsentation eines meiner Büchern an. Jännusodenn, here we go:

Giftnapf von Paul Wittwer
Vorneweg ist zu erwähnen, ich mag allzu blumig ausgeschmückte, detailreiche Landschaftschaftsbeschreibungen à la "Das Parfüm" von Patrick Süskind überhaupt nicht sonderlich, ausser... nun, hmmm... nun, ausser das Buch packt mich von Beginn an, so geschehen bei Wittwers Giftnapf. Und zugegeben, das Napfgebiet lässt sich so wundervoll, schaurig, schön neblig und düster beschreiben. Voll krass Gothic-Style!

Unsere Schlüsselfigur, Ben Sutter, ist Arzt, welcher noch immer in einer WG mit zwei Freunden in der Stadt wohnt. Ben ist ein Lebemann, bloss nicht zu viel Anstrengung, lieber viel Party und so, lautet sein Motto. Immerhin, so könnte man sagen, ist er Neuem gegenüber relativ aufgeschlossen. In Trub stirbt der erst seit kurzem ansässige Dorfarzt völlig unerwartet an einem Herzversagen. Die junge, äusserst sympathische und definitiv nicht unattraktive Witwe sucht deswegen eiligst eine Praxisvertretung.

Dr. Ben Sutter "offen für Neues" meldet sich. Der Job im Emmental soll ihm nach strengen Assistenzjahren die ersehnte Luftveränderung bringen. Bald schon aber wird er konfrontiert mit Vorkommnissen, die in deutlichem Gegensatz zur beschaulichen Napfwelt stehen. Und im Gegensatz zu unserem Protagonisten sind die Bewohner von Trub das Gegenteil: Eher abweisend und vollkommen verschlossen gegenüber Fremdem. Und Sturheit kann man ihnen wohl auch nicht absprechen.

Nebulöse Todesfälle, seltsame Notfälle, wortkarge Patienten, redegewandte Prediger und die verwirrend bezaubernde Witwe beeinträchtigen Ben bei seiner Praxistätigkeit. Der frühere Dorfarzt Doktor Eggimann, Mediziner, Maler und selbsternannte Menschenkenner, trägt mit seinen Theorien über das Unsichtbare weiter zur Verunsicherung bei. Mit naiver Neugier erforscht Sutter alles, was ihm begegnet. Seine Entdeckungen sind mindestens so verwirrend wie die Landschaft des Napfgebietes und er verliert zunehmend die Orientierung. Als er schliesslich endlich den Überblick zurückzugewinnen scheint, ist es zu spät. Viel zu tief ist er in die Mysterien rund um den Napf vorgedrungen. Um seine Haut zu retten, bleibt ihm nur die Flucht nach vorn...

Zum Schreiberling Paul Wittwer:
"Damals, 1998, in Südfrankreich unter einem schönen Feigenbaum, habe ich die ersten Worte niedergeschrieben", erinnert sich Wittwer. Er schrieb einfach, "Wort für Wort, Satz um Satz, ohne zu wissen, wohin das führen wird." (Quelle: Schweizerische Ärztezeitung, 2004). Weitere Informationen zu Paul Wittwer 

Paul Wittwer: Giftnapf (Nydegg Verlag, ISBN 978-3-905961-00-3)

Weitere Teilnehmer dieser tollen BuchBlogParade findet ihr untenstehend. Schaut rein und entdeckt spannenden, neuen, interessanten und wundervollen Lesestoff.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Advents(kalender)zeit!

Alle Jahre wieder... und alle Jahre wieder schön! Wie bereits die letzten Jahren habe ich von meinem Mami einen literarischen Adventskalender geschenkt bekommen. "Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt in 24 Tagen" nennt er sich und für einmal ist es keine in 24 Stücke aufgeteilte Kurzgeschichte, sondern ein wunderbares literarisches Häppchen für jeden Tag bis zum 24. Nicht alle, aber einige davon, werde ich hier selbstverständlich mit euch teilen.

Eine grosse, freudige Überraschung erwartete mich zudem heute morgen am Briefkasten. "24 Himmlische Adventsmomente" mit einem liebevollen Kärtchen, hingesteckt von meiner Lieblingsnachbarin. Sooo schön.

Euch allen wünsche ich eine ruhige und schöne Adventszeit mit viel Wärme fürs Herz und die Seele. Lasst euch ja nicht anstecken von der Hektik, welche an ganz, ganz vielen Orten lauert. Nicht nur in der Adventszeit.

Samstag, 2. Juli 2011

Stoff!

Obwohl es noch 10 Tage geht, bis der schwarze Kafka hierhin verreist: erledigt ist erledigt! Und so habe ich mir heute mal den Lesestoff zusammengesucht, denn einige Bücher mussten noch bestellt werden. Nach bella Italia begleiten werden mich:

Voll im Bilde (Moving Pictures)
"Voll im Bilde" ist nicht nur ein Scheibenweltroman, sondern auch eine unterhaltsame Satire auf die Filmindustrie beziehungsweise Hollywood. Die Alchimisten haben eine sensationelle Erfindung gemacht, die Kamera! Viele Bürger der Stadt Ankh-Morpork zieht es seitdem auf magische Weise auf ein karges Stück Wüste namens Holy Wood, wo die Alchimisten Filme drehen. Auch Victor, einen Studenten der Unsichtbaren Universität verschlägt es dorthin. Er wird über Nacht zum Filmstar. Doch noch ahnt keiner, was für gravierende Auswirkungen das Filmedrehen auf die Realität hat.

Alles Sense (Reaper Man)
Der Tod der Scheibenwelt wird in Rente geschickt. Von jetzt an verdient er sich sein Geld als Knecht "Bill Tür" in einem kleinen Dorf. Dabei gewinnt er wertvolle Einblicke in das Leben und Verhalten der Menschen. Gar nicht so einfach, wenn man seit Anbeginn der Zeit damit beschäftigt war, das Leben anderer Menschen zu beenden. Die Menschen der Scheibenwelt, die in der Zwischenzeit sterben, können jedoch die Welt nicht verlassen, wenn es keinen Tod gibt. Sie gehen mit dieser Situation unterschiedlich um. Der Zauberer Windle Poons besetzt zum Beispiel einfach seinen alten Körper wieder und versucht weiterzuleben. Andere gründen Selbsthilfegruppen, um mit diesem Schicksal fertig zu werden. Die aufgestaute Lebensenergie aber, die durch die Abwesenheit von Tod entsteht, macht sich selbständig und verändert die Umgebung, was in die Entstehung eines Supermarktes mündet. Doch als der Tod von seinem Nachfolger selber abgeholt werden soll, setzt er sich zur Wehr, tötet ihn und überredet den Tod des Universums, ihn wieder arbeiten zu lassen und die lebenden Toten einzusammeln.

Total verhext (Witches Abroad)
Als die gute Fee Desiderata Hohlig stirbt, gibt sie ihren Zauberstab an die junge Hexe Magrat Knoblauch weiter. In einem Brief bestimmt sie, dass Esmeralda Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat nicht zusammen nach Gennua reisen sollen. Dort muss verhindert werden, dass der Prinz ein Stubenmädchen heiratet. Es kommt wie es kommen muss: Oma Wetterwachs und Nanny Ogg schnappen sich Magrat und fahren nach Gennua.

Einfach göttlich (Small Gods)
In diesem Roman dreht sich alles um den Gott Om. Dieser wandelt als Schildkröte auf Erden und ist nicht mehr in der Lage, sich zurückzuverwandeln. Schnell wird ihm klar, dass es ihm an wahren Gläubigen fehlt, die ihm Macht verschaffen, genauer gesagt gibt es nur noch einen Menschen, der wahrhaft an ihn glaubt, der junge Tempelgärtner Brutha. Diesen, nicht besonders hellen Burschen, ernennt Om kurzum zu seinem Propheten und beginnt sein Ringen um Anerkennung unter den Menschen. Das Handlungsumfeld des Romans ist eine der religiösen Zeremonie gewidmete Stadt mit all ihren Würdenträgern und insbesondere der Quisition, einer satirischen Form der Inquisition.

Lords und Ladies (Lords and Ladies)
Hexen hexen. Aber manche von ihnen heiraten auch. So die junge Magrat Knoblauch, die kurz vor ihrer Vermählung mit dem ehemaligen Narren Verence steht, der inzwischen König geworden ist. Nur, dass sie sich das Leben als Fast-Königin anders vorgestellt hat. Zu allem Überfluss tauchen auch noch ein paar Nachwuchs-Hexen auf, deren Rituale mehr als merkwürdig sind. Doch dann passiert etwas, mit dem keiner gerechnet hat – und die Mittsommernacht wird verhexter als je zuvor.

Als Einstimmung auf meinen Ausflug nach Venedig, welchen ich selbstverständlich auch dieses Jahr machen werde, nehme ich noch drei Commissario Brunetti Krimis von Donna Leon mit. Und natürlich folgenden unverzichtbaren Venedigführer, welcher mich schon letztes Jahr am Leben Brunettis teilhaben liess:

Auf Brunettis Spuren durch Venedig - ein literarischer Reiseführer
Mit diesem literarische Führer durch Brunettis Heimat lässt es sich ganz entspannt durch Venedig wandeln! Man folgt Brunettis Spuren und verweilt an den Orten, die für ihn und seine Ermittlungen eine besondere Rolle spielen. So steht beispielsweise auf einem der Spaziergänge Brunettis Zuhause im Mittelpunkt, bei einem anderen die Questura und bei einem dritten, der zweitgrößte Platz der Stadt, der Campo San Polo, in dessen Nähe die Familie wohnt. Diese Reiseführer führt einen in versteckte calli, verträumte campi, gemütliche venezianische caffès und ristorante mit echter und vor allem noch erschwinglicher venezianischer Küche führt.

Damit sich die Leserschaft jederzeit problemlos in der einzigartigen Lagunenstadt zurechtfinden kann, hat die Autorin jedem Kapitel eine übersichtliche Karte mit nummerierten Etappen vorangestellt und eine ungefähre Zeitangabe erleichtert zudem die Planung der einzelnen Spaziergänge, die größtenteils sogar abseits der lärmenden und zuweilen Angst einflößenden Touristenströme verlaufen.

Und yep, so ist es. Zwei ombre und einen Eistee für 5 Euro, und das in Venedig. Einen Strich bei den Einerli gibts nicht!

Doch, doch, so langsam kommt Ferienstimmung auf!