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Donnerstag, 13. März 2014

12 Bücher in 12 Monaten. Immer am 12.!

Ohhhh, nun bin ich doch auch einen Tag zu spät. Und das bereits im dritten Monat. Ich hoffe sehr, die Initiantin der BuchBlogParade Eva Maria Nielsen wird es mir nachsehen. Et voilà, mein Buchtipp im März:

Jäh wurde ich aus einer Welt gerissen, in welcher die Begebenheiten des täglichen Lebens noch geheimnisvoll und wundersam waren. Meine Augen waren, für gewisse Stunden zumindest, offen für die wunderbare Wirklichkeit des Alltags. Jenseits und Diesseits waren eng miteinander verwoben. Sogar der Tod war ein vertrauter Ort, den man eigentlich nie verlassen würde.

"Das Schönste,
was wir überhaupt besitzen,
ist unsere Sehnsucht."

Nein, ich phantasiere nicht und bin auch nicht einer suspekten Sekte beigetreten. Eigentlich ist es ganz einfach, owohl ein bisschen Wehmut ich nicht verleugnen kann. Ein Buch ist zu Ende gelesen. Wieder einmal. Aber dieses ist erwähnenswert! Anam Cara - Das Buch der keltischen Weisheit von John O'Donohue, welcher im Januar 2008 leider verstorben ist.

Anam ist gälisch und bedeutet Seele. Cara heisst auf deutsch Freund. Nach keltischem Verständnis bedeutet der Buchtitel also "Seelenfreund". Dass die Kelten eine tiefe Einsicht in das Wesen der Liebe und der Freundschaft besassen, war mir nicht fremd, aber gelesen habe ich es noch nie so wundervoll.
Das Buch hat mich auch beim xx-ten Mal lesen angerührt, so poetisch und voller Mystik. John O'Donohue enthüllt in seinem Buch keltische Geheimnisse und er verbindet philosophische Erkenntnisse und Inspirationen wunderschön mit dem geistigen Erbe der keltischen Welt.

Prädikat sehr empfehlenswert für alle, welche sich in dieser heutigen, hektischen Zeit etwas Gutes tun möchten - vor allem der Seele!


"Am Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
dir das Gleichgewicht
wiederzugeben."


Anam Cara: Das Buch der keltischen Weisheit von John O'Donohue, ISBN 978-3-423-34639-9
Bildquelle!

Alle Teilnehmer der spannenden Parade findest du hier

Mittwoch, 12. Februar 2014

12 Bücher in 12 Monaten! Immer am 12.!

Die Vorstellung bzw. meine Leseempfehlung für den Februar 2014 im Rahmen der BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen steht an. Dieses Mal fällt meine Wahl auf einen Klassiker, welcher wohl schon von Vielen unter euch bereits gelesen worden ist. Nichts desto trotz habe ich ihn gewählt. Ich mag ihn doch sooo!


"Grün ist die Hoffnung" von T.C. Boyle
"Ich hab immer alles hingeschmissen. Ich bin bei den Pfadfindern wieder raus, genau wie aus dem Kinderchor und dem Schulorchester. Hab meine Morgenzeitungstour hingeschmissen, der Kirche den Rücken gekehrt, mit dem Basketballtraining aufgehört. Ich habe das College aufgegeben, bin hart am Militärdienst vorbei, Tauglichkeitsgrad 4-F wegen psychischer Labilität, ging danach zurück auf die Uni, um es noch einmal zu versuchen, nahm ein Doktorandenstudium in Englischer Literatur des neunzehnten Jahrhunderts auf [...] und schmiss das Ganze dann kurz vor dem Abschlussexamen hin. Ich heiratete, trennte mich und ließ mich scheiden [...] So ziemlich das einzige, was ich nicht hingeschmissen habe, war das Sommerlager. Und davon erzähl ich euch jetzt.“

So beginnt die Geschichte dreier Looser aus der Sicht des Einen der Dreien. Felix. Der Einunddreissigjährige schlägt sich in San Francisco mit Gelegenheitsarbeiten durch, bis sein älterer Freund Herbert Vogelsang mit einem wagemutigen zwar, aber äusserst lukrativen Vorschlag vorbeikommt. Vogelsang hat in den Hügeln des Mendocino County in Nordkalifornien 160 Hektar Land gekauft und will dort im Sommer zweitausend Marihuana-Pflanzen anbauen. Der Gewinn, schätzungsweise einenhalb Millionen Dollar, würde dann geteilt werden.

Felix nimmt dieses Angebot an und wechselt seinen Wohnort für neun Monate in das, wie er es nennt, "Sommerlager". Er nimmt zusätzlich noch zwei Freunde in die Pflicht, Phil und Gesh, welche ihm bei der Arbeit unter die Arme greifen sollen und dafür jeweils ein Drittel von Felix Anteil erhalten.
Das ganze Vorhaben steht natürlich von Anfang an unter einem eher unglücklichen Stern. Bösartige Highway-Polizisten, neugierige Nachbarn und allerlei weitere Widrigkeiten sorgen dafür, dass die drei Freunde immer paranoider, frustrierter und ungeduldiger werden. Immer deutlicher zeichnet sich dann auch der Misserfolg des Unternehmens ab.

Ehrlich, eine abgefahrene Männerstory, in der es um alle Arten von Drogen, geil sein, unerfüllte Hoffnungen und im Schlamm wühlen soll begeistern? Yep, aber sowas von. Mich hat sie fasziniert und vor allem zum Lachen gebracht. Boyles aussergewöhnliche Freude an ausgefallenen Details, welche mit sprachlicher Brillianz zu überzeugen weiss, lassen diesen Roman wahrlich nie langweilig werden. Mich zumindest nicht.

 "Vogelsang war nervös, wie ein Flakhelfer vor dem Feindanflug" oder "[...] Marlon [...], dessen massive Oberschenkel und Arschbacken sich um das Mopet legten, wie eine Amöbe um ein Nahrungspartikel  [...]" sind nur zwei Beispiele orgineller Vergleiche, auf welche man sich beinahe auf jeder zweiten Seite freuen darf.

T.C. Boyle ist für mich ein ganz grosser Erzähler der Verlierer. Irgendwie. Es sind schräge Verlierer, welche jeweils äusserst liebevoll und mitfühlend behandelt werden. Meine Empfehlung: ein geniales Buch voller Humor und Paranoia, guter Lesestoff für langweilige Tage und Nächte. Lesen!

T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung. (dtv Verlag, ISBN-10: 3-423-20774-4, Originaltitel: Budding Prospects, Erschienen: 1. Februar 1984)

Weitere Teilnehmer dieser tollen BuchBlogParade werde ich heute Abend untenstehend verlinken. Bereits jetzt nachlesen könnt ihr folgende Beiträge:

"Die Rosen von Montevideo" von Carla Federico bei: Eva Maria Nielsen
"Der Krieg und sein Bruder" von Irmela Wendt bei: Wortladen 
"Jacobs Zimmer" von Virgina Woolf bei: Susanne Gurschler 
"Viviane Élisabeth Fauville" von Julia Deck bei: Kölner Leselust 
"Ich weiß, dass du lügst" von Paul Ekman bei: Angela Gaede 
"Die Prinzen von Irland" von Edward Rutherford bei: Gudrun Plett 
"Deutschland vegetarisch – köstliche Speisen ohne Fleisch" von Stevan Paul bei: Werner Lampert Blog;
"1Q84" von Haruki Murakami beim:Reisepaar



Sonntag, 12. Januar 2014

12 Bücher in 12 Monaten! Immer am 12.!

Zufälligerweise, fragt mich nicht wie, bin ich auf den Blog von Eva Maria Nielsen gestossen und habe so von der BuchBlogParade 12 Monate für 12 Bücher bzw. andersrum erfahren. Und als sogenannte Leseratte hat sich der schwarze Kafka spontan entschlossen, mitzumachen. Zu Sehr spontan; denn heute steht bereits die erste Präsentation eines meiner Büchern an. Jännusodenn, here we go:

Giftnapf von Paul Wittwer
Vorneweg ist zu erwähnen, ich mag allzu blumig ausgeschmückte, detailreiche Landschaftschaftsbeschreibungen à la "Das Parfüm" von Patrick Süskind überhaupt nicht sonderlich, ausser... nun, hmmm... nun, ausser das Buch packt mich von Beginn an, so geschehen bei Wittwers Giftnapf. Und zugegeben, das Napfgebiet lässt sich so wundervoll, schaurig, schön neblig und düster beschreiben. Voll krass Gothic-Style!

Unsere Schlüsselfigur, Ben Sutter, ist Arzt, welcher noch immer in einer WG mit zwei Freunden in der Stadt wohnt. Ben ist ein Lebemann, bloss nicht zu viel Anstrengung, lieber viel Party und so, lautet sein Motto. Immerhin, so könnte man sagen, ist er Neuem gegenüber relativ aufgeschlossen. In Trub stirbt der erst seit kurzem ansässige Dorfarzt völlig unerwartet an einem Herzversagen. Die junge, äusserst sympathische und definitiv nicht unattraktive Witwe sucht deswegen eiligst eine Praxisvertretung.

Dr. Ben Sutter "offen für Neues" meldet sich. Der Job im Emmental soll ihm nach strengen Assistenzjahren die ersehnte Luftveränderung bringen. Bald schon aber wird er konfrontiert mit Vorkommnissen, die in deutlichem Gegensatz zur beschaulichen Napfwelt stehen. Und im Gegensatz zu unserem Protagonisten sind die Bewohner von Trub das Gegenteil: Eher abweisend und vollkommen verschlossen gegenüber Fremdem. Und Sturheit kann man ihnen wohl auch nicht absprechen.

Nebulöse Todesfälle, seltsame Notfälle, wortkarge Patienten, redegewandte Prediger und die verwirrend bezaubernde Witwe beeinträchtigen Ben bei seiner Praxistätigkeit. Der frühere Dorfarzt Doktor Eggimann, Mediziner, Maler und selbsternannte Menschenkenner, trägt mit seinen Theorien über das Unsichtbare weiter zur Verunsicherung bei. Mit naiver Neugier erforscht Sutter alles, was ihm begegnet. Seine Entdeckungen sind mindestens so verwirrend wie die Landschaft des Napfgebietes und er verliert zunehmend die Orientierung. Als er schliesslich endlich den Überblick zurückzugewinnen scheint, ist es zu spät. Viel zu tief ist er in die Mysterien rund um den Napf vorgedrungen. Um seine Haut zu retten, bleibt ihm nur die Flucht nach vorn...

Zum Schreiberling Paul Wittwer:
"Damals, 1998, in Südfrankreich unter einem schönen Feigenbaum, habe ich die ersten Worte niedergeschrieben", erinnert sich Wittwer. Er schrieb einfach, "Wort für Wort, Satz um Satz, ohne zu wissen, wohin das führen wird." (Quelle: Schweizerische Ärztezeitung, 2004). Weitere Informationen zu Paul Wittwer 

Paul Wittwer: Giftnapf (Nydegg Verlag, ISBN 978-3-905961-00-3)

Weitere Teilnehmer dieser tollen BuchBlogParade findet ihr untenstehend. Schaut rein und entdeckt spannenden, neuen, interessanten und wundervollen Lesestoff.